Sturmtief
„Elli“ bringt Schneechaos - Fernverkehr soll wieder laufen

Moritz Frankenberg/dpa
Nichts geht mehr im Großraum Hannover: Der Zugverkehr musste eingestellt werden.
Sturmtief „Elli“ bringt heute viel Schnee und Eiseskälte in Teile Deutschlands. Mitunter besteht auch Glatteisgefahr. Die Auswirkungen des Sturmtiefs sind schon zu spüren. Der Überblick:
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet „von Südwesten aufkommende, teils kräftige Schneefälle“, die sich bis zur Elbe ausbreiten. Teils gebe es auch Schneeverwehungen. In der Mitte und im Süden Deutschlands wird teils gefrierender Regen erwartet.
Bei stürmischem Ostwind sind Schneeverwehungen möglich, was zu größeren Behinderungen auf den Verkehrswegen führen kann, warnte der Wetterdienst. Im Süden und Westen Deutschlands soll der Schnee - bei ebenfalls stürmischem, aber aus südwestlichen Richtungen wehendem Wind - am Morgen rasch in Regen übergehen. Örtlich besteht dort dann Glatteisgefahr.
Erhebliche Behinderungen gibt es auf mehreren Autobahnen: In Osthessen sind laut Polizeipräsidium drei Autobahnen in beide Richtungen blockiert, die A7, die A4 und die A5. Grund sind nach Angaben eines Sprechers festgefahrene und querstehende Lastwagen. „Das Problem ist der Schwerlastverkehr“, sagte der Sprecher. Lkw-Fahrer werden aufgefordert, die Autobahnen zu verlassen und Rastplätze anzufahren. Räumfahrzeuge und das Technische Hilfswerk sind im Einsatz.
Etwa zwei Dutzend Lastwagen fuhren sich auf der schneebedeckten Autobahn 7 im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen fest. Wie ein Polizeisprecher sagte, rückte in der Nacht unter anderem das Technische Hilfswerk (THW) zum Freischleppen aus. Ein brennender Lastwagen sorgte auf der Autobahn 2 bei Garbsen in der Nähe von Hannover für Verkehrsbehinderungen. Warum sich der Lastwagen auf glatter Straße drehte und Feuer fing, war zunächst nicht bekannt. Bei Calw in Baden-Württemberg rutschte ein Linienbus einen Hang hinunter, dabei verletzten sich laut der örtlichen Polizei drei Menschen leicht.
Viele Straßen waren von Schneefall und Glatteis betroffen. Es gab zahlreiche Unfälle, in Bayern starben drei Menschen. Auf vielen Autobahnen kam es im Tagesverlauf zu kilometerlangen Staus durch festgefahrene und querstehende Lastwagen.
In Schleswig-Holstein aber berichtet die Polizei von einem eher ruhigen Verkehrsgeschehen auf den Straßen. Ein Hamburger Polizeisprecher teilte mit, die Lage sei ruhiger als erwartet, was daran liege, dass viele Menschen zu Hause geblieben seien.
Im besonders betroffenen Niedersachsen und Bremen kam es zu zahlreichen Unfällen, aber meist blieb es bei Blechschäden. Auch gab es laut Angaben mehrerer Kliniken in der Region keine besonderen oder unbeherrschbaren Auswirkungen. In den Kliniken des Bremer Verbunds Gesundheit Nord war es beispielsweise am Vormittag in den Notaufnahmen „eher ruhig“, wie eine Sprecherin sagte.
Die schlimmsten Erwartungen der Meteorologen hat Sturmtief „Elli“ nicht mit sich gebracht. „Ich würde es nicht als ein Jahrhundert-Event einordnen. Das ist es auf gar keinen Fall“, hatte Meteorologe David Menzel vom Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitagmorgen gesagt. „Es ist ein winterlicher Sturm und - wenn man das große Ganze betrachtet - nichts sonderlich Außergewöhnliches.“
Am Wochenende soll sich „Elli“ langsam auflösen. „Im Norden und Osten kehrt, abgesehen von vereinzelten Schneeschauern, Ruhe ein“, so der Meteorologe Menzel. Schnee wird dann aber im Süden fallen. Vor allem in den Staulagen der Mittelgebirge und im Allgäu schneit es laut DWD dann teils heftig, mehr als 30 Zentimeter Neuschnee sind drin. Auch in tieferen Lagen können zehn Zentimeter zusammenkommen.
Positive Temperaturen werden am Samstag nur noch südlich des Mains gemessen, aber auch dort fallen die Temperaturen im Tagesverlauf in den Frostbereich. „In der Nacht wird es knackig kalt.“ Wo Schnee liegt, rechnet der DWD mit minus zehn Grad. Am Sonntag erwartet der Wetterdienst „einen Wintertag wie aus dem Bilderbuch“.
Die Bedingungen für viel Winterspaß sind vielerorts nun ja auch gegeben: Etwa in Sachsens Skigebieten sind viele Pisten, Lifte und Loipen geöffnet, auch in Thüringen sollen die wegen Sturms geschlossenen Pisten wieder befahrbar sein. „Wir haben traumhafte Bedingungen“, sagte Jörg Wilke, Sprecher des Skigebiets im hessischen Willingen.
Und im sonst eher schneearmen Hamburg gibt es derzeit an der Alster eine kleine Winterausstellung: Auf der Krugkoppelbrücke und der Fernsichtbrücke haben Passanten eine ganze Parade von Schneemännern aufgereiht. Dutzende weiße Figuren stehen dort nebeneinander - in ganz unterschiedlichen Größen.
Doch am Montag dreht sich die Lage wieder. „Zum Start in die neue Woche droht dann aus Westen neues Ungemach in Form von gefrierendem Regen“, sagt der DWD voraus. „Im Anschluss deutet sich dann eine Milderung an, wobei abgewartet werden muss, wie weit diese nach Nordosten vorankommt.“














