Hamburger Kiez-Musikmanager

„Star-Club“-Legende Horst Fascher ist tot

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Er hat den Hamburger «Star»-Club gegründet: Horst Fascher ist im Alter von 90 Jahren gestorben. (Archivbild)

Er hat den Hamburger «Star»-Club gegründet: Horst Fascher ist im Alter von 90 Jahren gestorben. (Archivbild)

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Von dpa

„Star-Club“-Legende Horst Fascher ist tot. Der Hamburger Musikmanager starb am Freitag im Alter von 90 Jahren, wie sein Bruder Uwe Fascher der Deutschen Presse-Agentur sagte. Horst Fascher sei im Krankenhaus gestorben. In der Zeit hatte er bereits längere Zeit im Altenheim gelebt. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Fascher galt als Erfinder jenes Musikclubs auf St. Pauli, der in den 60er Jahren zum Mekka der Beatmusik und zu einem Ort voller Magie für rebellierende Jugendliche wurde. Der „Star-Club“ schrieb ein Stück Rockgeschichte, sein Name wurde zum Programm: Alles, was Rang und Namen hatte, stand auf der Bühne. Für den Eröffnungsabend am 13. April 1962 holte Fascher die Beatles - zu ihnen hatte er zeitlebens einen besonderen Bezug.

Im Star-Club wurde später Rockgeschichte geschrieben. (Archivbild)
Im Star-Club wurde später Rockgeschichte geschrieben. (Archivbild)
Im Star-Club wurde später Rockgeschichte geschrieben. (Archivbild)
Mit den Auftritten der Beatles im Star-Club wurde Horst Fascher zum Unterstützer der Beatles. (Archivbild)
Mit den Auftritten der Beatles im Star-Club wurde Horst Fascher zum Unterstützer der Beatles. (Archivbild)
Mit den Auftritten der Beatles im Star-Club wurde Horst Fascher zum Unterstützer der Beatles. (Archivbild)

Fascher holte Musiker nach Hamburg, die bald zu Stars wurden

Ob Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Ray Charles oder Bill Haley - im „Star-Club“ traten sie alle auf, gebucht von Fascher. „The Guy, who brought“ (Der Typ, der brachte) heißt ein 2010 erschienenes Buch über sein Leben. „Let the good times roll: Der Star-Club-Gründer erzählt“ betitelte er selbst seine Autobiografie. „Flüchtlingskind, Halbstarker, Weltklasse-Boxer, Beatles-Wegbereiter, Star-Club-Erfinder, Sträfling, Vietnam-Freiwilliger, Musikpromoter, Selfmademan, Fußballmanager und Chronist einer Ära, die so noch nicht erzählt wurde“, schrieb der Verlag über das Buch.

Seemann wie sein Vater wollte Fascher werden, lernte aber Bootsbauer und Schiffszimmermann - und entdeckte die Liebe zur Musik wie zum Kiez. Auf St. Pauli arbeitete er in diversen Kneipen, mal als Kellner, mal als Geschäftsführer. Als er Manfred Weissleder, Besitzer einiger Lokale und Stripteaseclubs, auf die Idee brachte, aus dem „Stern-Kino“ den „Star-Club“ zu machen, hatte er bereits seine eigene Kiez-Karriere. Mehrmals geriet der Boxer und Hamburg-Meister im Federgewicht mit dem Gesetz in Konflikt, etwa wegen Körperverletzung mit Todesfolge nach einer Schlägerei mit Matrosen.

Oft Ärger mit der Polizei

Als Booking-Manager und Geschäftsführer des „Star-Club“ packte Fascher auch beim Rausschmeißen unliebsamer Gäste mit an. Der Livemusik-Club in der Großen Freiheit war ohnehin im Visier der Polizei, Fascher handelte sich mehrere Anzeigen wegen Körperverletzungen ein. Haftstrafe und St.-Pauli-Verbot folgten. Er verließ Deutschland und ging als Musikmanager für die US-Streitkräfte nach Vietnam. Der „Star-Club“ machte 1969 dicht, Fascher versuchte in den 70er Jahren einen Neubeginn mit dem „Star-Club II“ - das Projekt wurde zur Millionenpleite. Zur Eröffnung war Tony Sheridan, den er früher managte, ebenso gekommen wie Ex-Beatle Ringo Starr.

Zu viert hatte Fascher die Beatles zum letzten Mal Ende 1962 im „Star-Club“ gesehen. Als sie 1966 auf Blitztournee in Deutschland waren, saß er im Knast. Er kannte die Jungs aus Liverpool schon, als sie noch jung und unbekannt auf St. Pauli den Grundstein für ihre Karriere legten. Im „Top Ten“ wie auch im „Kaiserkeller“ waren die Beatles bereits zu Hamburger Lokalmatadoren geworden. „Wir sind oft um die Häuser gezogen und hatten unseren Spaß“, erzählte er.

Paul McCartney fragte Fascher stets als Erstes nach seiner Mutter

Streng gewesen sei er aber auch: „Lennon hat mich "Nazi-Bastard" genannt, weil ich so korrekt war und ihnen immer im Befehlston angeordnet habe: Fünf Minuten vor dem Auftritt seid ihr hinter der Bühne!“. Aber auch seine Mutter habe sich um die jungen Briten sehr gekümmert und „oft auch für die Beatles Eintopf mitgekocht und ihre Unterwäsche gewaschen“, wie er berichtete. Wenn er Paul McCartney später getroffen habe, sei dessen erste Frage an ihn jedes Mal gewesen: „How is life? How is Mutti?.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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