Ex-Kulturstaatsministerin

Roth nennt Kritik an Berlinale-Regisseuren einen Fehler

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Die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth. (Archivbild)

Die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth. (Archivbild)

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Von dpa

Die ehemalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat sich von früheren Aussagen nach der Berlinale 2024 in Bezug auf den Gaza-Krieg distanziert. Im Podcast „Jung & Naiv“ sprach die Grünen-Politikerin rückblickend von persönlichen Fehlern. Dass sie Akteure rund um den Film „No Other Land“, deren Aussagen nachträglich in der Kritik standen, ebenfalls kritisiert hatte, bereue sie heute. Sie führte dies auf massiven Druck aus verschiedenen Kreisen zurück.

Bei der Abschlussgala der Filmfestspiele hatten Äußerungen mehrerer Preisträger eine Debatte über Antisemitismus in der Kulturbranche ausgelöst. Der israelische Regisseur Yuval Abraham, der für den Dokumentarfilm „No Other Land“ ausgezeichnet wurde, hatte von einer „Situation der Apartheid“ zwischen Israelis und Palästinensern gesprochen. Sein palästinensischer Kollege Basel Adra kritisierte die israelische Kriegsführung im Gazastreifen scharf. Der US-amerikanische Regisseur Ben Russell sprach von einem „Genozid“.

Die Regisseure Yuval Abraham (l) und Basel Adra auf der Bühne der Berlinale-Abschlussgala 2024. (Archivbild)

Die Regisseure Yuval Abraham (l) und Basel Adra auf der Bühne der Berlinale-Abschlussgala 2024. (Archivbild)

Im Saal gab es dafür Applaus, nach der Preisverleihung wurden die Aussagen als einseitig und antisemitisch kritisiert. Roth selbst wurde von manchen Seiten dafür kritisiert, sich von diesen Aussagen nicht direkt distanziert zu haben. Israel streitet ab, im Gazastreifen einen Völkermord zu begehen. Das ist auch die Position der Bundesregierung. Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag läuft eine von Südafrika angestrengte Völkermord-Klage gegen Israel. Wann das Gericht ein Urteil fällen könnte, ist unbekannt.

Roth spricht von „unfassbarem Druck“

Roth hatte nach der Preisverleihung, als die Debatte aufgekommen war, in einem Interview des Magazins „Der Spiegel“ die Aussagen auf der Bühne kritisiert und unter anderem gesagt, von einer „Situation im Westjordanland als Apartheid“ zu sprechen, sei „sehr problematisch“. Die Äußerung von Adra, der von einem „vermeintlichen Abschlachten von Zivilistinnen und Zivilisten im Gazastreifen durch die israelische Armee“ gesprochen habe, ohne dabei den Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zu erwähnen, sei für sie „so wirklich nicht akzeptabel gewesen“.

Im „Jung & Naiv“-Podcast räumte sie nun ein, die Regisseure für ihre Aussagen zu „Apartheid“ und „Genozid“ zu kritisieren, sei ein Fehler gewesen. Sie habe später versucht, sich zu entschuldigen. Der mediale Druck sei „massiv“ gewesen, führte die Politikerin aus. „Es war so ein unfassbarer Druck vom Zentralrat, von unglaublich vielen Kreisen“. Sie sei in dieser Lage zu schwach oder zu überfordert gewesen.

In einem Statement aus dem Umfeld des Zentralrats der Juden an den „Stern“ hieß es, dass Roth „im Kampf gegen die politische Bedeutungslosigkeit anscheinend jedes Mittel recht“ sei. Dies umfasse „die Erfindung einer jüdischen Verschwörung“. Es sei Zeit für die Politikerin, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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