Mut: 500. Freistunde
Zur Jubiläums-Ausgabe: Gedichte, die Mut machen
„Ich kann“ von Leonie Pucknus
Schwach liegst du auf dem Boden,
die Gedanken beginnen in dir zu toben.
Du fühlst dich unendlich kraftlos,
aber nein, du bist stark und groß.
Wenn die Nacht wie Blei auf deinen Schultern liegt,
du denkst, dass es keinen Ausweg mehr gibt,
dir jeder Atemzug fremd ist,
weil du denkst, dass du ganz alleine bist,
dann lauf nicht so weg – bleib hier,
es ist mehr als dieser Moment in dir,
mehr als der Schmerz, der dich umhüllt,
mehr als die Dunkelheit, die den Raum füllt.
Es ist in Ordnung, wenn du fällst,
doch bleib nicht dort, wo du zerschellst,
steh wieder auf, Stück für Stück,
und kämpf dich mutig auf den Weg zurück.
Wenn deine Stimme leise spricht:
„Ich kann das alles einfach nicht“,
dann denk zurück an dieses Wort,
es trägt dich weiter, trägt dich fort.
Du weißt genau: Wer will, der kann,
und genau jetzt bist du dran!
Aufgeben darf für dich nicht sein,
erinnere dich: Du bist nicht klein.
In dir liegt Größe, still und klar,
viel stärker, als sie jemals in dir war.
Glaub an dich selbst, auch wenn es schmerzt,
bewahr das Leuchten in deinem Herz.
„Überwindung“ von Annalena Leitermann
In einem Raum voller Menschen,
jeder redet, ich stehe in der Ecke,
man versucht, sich nach vorne zu kämpfen,
doch ich bleibe auf der Strecke.
Einen Schritt nach vorne, zwei Schritte nach hinten, drei Schritte nach vorne,
so geht es immer weiter, wie in einer Dauerschleife,
doch bevor ich mich im Wort vergreife,
einen Schritt nach vorne, zwei Schritte nach hinten, drei Schritte nach vorne.
Ich überwinde mich nochmals,
spreche meinen Nachbarn neben mir an,
mein Herz pocht mir bis zum Hals,
doch an Aufgeben denke ich nicht dran.
Vier Schritte nach vorne, fünf Schritte nach hinten, sechs Schritte nach vorne,
so geht es immer weiter, wie in einer Dauerschleife,
doch bevor ich mich im Wort vergreife,
vier Schritte nach vorne, fünf Schritte nach hinten, sechs Schritte nach vorne.
Ich habe es gemacht,
das Gespräch ist gut verlaufen,
ein Punkt auf meiner To-do-Liste ist hinter mich gebracht,
daraufhin gehe ich nach draußen.
Sieben Schritte nach vorne, acht Schritte nach hinten, neun Schritte nach vorne,
so geht es immer weiter, wie in einer Dauerschleife,
doch bevor ich mich im Wort vergreife,
sieben Schritte nach vorne, acht Schritte nach hinten, neun Schritte nach vorne.





