Autozulieferer
ZF fertigt Komponenten für E-Autos weiter in Schweinfurt
Der Autozulieferer ZF baut auch künftig mit E-Motoren und Wechselrichtern Schlüsselkomponenten für die E-Mobilität selbst. Der Vorstand des Konzerns habe sich gegen externe Zukäufe entschieden und habe damit eine entsprechende Empfehlung einer Sonderprüfung bestätigt, teilte das Unternehmen aus Friedrichshafen am Bodensee mit. Die Prüfung sei der Frage nachgegangen, ob eine Eigenfertigung langfristig wettbewerbsfähig bleibt oder ein externer Zukauf wirtschaftlicher wäre.
Die Gewerkschaft IG Metall begrüßte den Schritt. „Das hat positive Auswirkungen auf die bayerischen Standorte in Schweinfurt und Auerbach in der Oberpfalz“, sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Schweinfurt, Thomas Höhn. „Damit bleibt in Schweinfurt die komplette Wertschöpfungskette für den E-Motor erhalten“, betonte er. Vor allem in Auerbach werden aber dennoch auch weiterhin Einschnitte beim Personal befürchtet.
Ausschlaggebend für die Entscheidung seien unter anderem die Sicherung wichtigen Know-hows gewesen, hieß es vom Unternehmen. Aber auch eine geringere Abhängigkeit von externen Lieferanten bei Schlüsseltechnologien, die enge Verzahnung von Entwicklung und Produktion sowie eine bessere Gesamtwirtschaftlichkeit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg.
Die Pkw-Antriebssparte war zuletzt in die roten Zahlen gerutscht und befindet sich aktuell in der Restrukturierung. Um die Wettbewerbsfähigkeit der intern „E-Division“ genannten Sparte wiederherzustellen, seien deutliche Einschnitte nötig, teilte ZF mit.
In den vergangenen Monaten seien bereits spürbare Kostenverbesserungen erzielt worden, hieß es laut Mitteilung. Dennoch seien zusätzliche strukturelle Maßnahmen notwendig, einschließlich einer Anpassung der Personalkapazitäten. Die Anpassungen sollten, wo immer möglich, sozialverträglich erfolgen. Genauere Angaben zur Größenordnung machte ZF in der Mitteilung nicht.
ZF war im vergangenen Jahr vor allem wegen eines Sondereffekts beim Konzernumbau noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust verdoppelte sich auf 2,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr. Schon 2024 schrieb der Konzern rote Zahlen. Damals betrug der Verlust knapp über eine Milliarde Euro. Der hoch verschuldete Konzern will den kommenden Jahren bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen. Ende 2025 beschäftigte der Konzern laut Mitteilung weltweit 153.153 Menschen, davon etwas mehr als 49.000 in Deutschland.









