Im Schnee versteckt

Wie zwei Polizisten für einen Jungen zu Monsterjägern wurden

Der Junge hatte sich aus Angst vor Monstern in seinem Zimmer unter einer Hecke im Schnee versteckt. (Symbolbild)

Der Junge hatte sich aus Angst vor Monstern in seinem Zimmer unter einer Hecke im Schnee versteckt. (Symbolbild)

Von dpa

Ein Neunjähriger hat sich aus Angst vor Monstern im Schnee versteckt und einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die Suche nach dem Jungen in der Oberpfalz macht Schlagzeilen - doch wie bekommt man als Polizist ein so verängstigtes Kind aus seinem Versteck?

„Ich habe ihm versichert, dass wir Spezialgeräte für Monster dabeihaben“, sagte Polizeihauptmeister Jörg Kreussel der „Süddeutschen Zeitung“. „Sonst wäre er nicht freiwillig aus seinem Versteck gekommen.“ Im Zuhause des Jungen angekommen hätten sein Kollege und er dann aber auch „abliefern“ müssen, sagte Kreussel. „Wir haben unter anderem unter seinem Bett, hinter der Couch und im Schrank nachgeschaut. Der Kollege hat die Monster dann eingesaugt. Wenn man einem Kind etwas verspricht, dann muss man es auch halten.“

Als Geräte nutzten die Beamten nach eigenen Angaben einen „Monsterscanner“ (ein Kartenlesegerät) und einen „Monstersauger“ (einen Atemalkoholtester).

Vorbereitet sei er auf diese Situation nicht gewesen, sagte Polizist Kreussel, selbst zweifacher Vater. „Man wird natürlich immer dazu angehalten, auch empathisch auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren. Aber so etwas kann man nicht lernen.“ Sollte es noch mal nötig werden, werde er auch noch mal als Monsterjäger tätig, sagte der Polizeihauptmeister. Aber: „Die Spezialeinheit Ghostbusters werden wir jetzt nicht gründen.“

Der Hintergrund des Einsatzes sei dennoch ernst gewesen. Der Neunjährige habe nach seinem Verschwinden in Sulzbach-Rosenberg stundenlang bei Temperaturen um den Gefrierpunkt allein in seinem Schneeversteck unter einer Hecke ausgeharrt. Auch auf Durchsagen der Polizei hin habe er sich nicht gemeldet. „Die Gegend dort ist sehr unübersichtlich, es gibt auch einen Bach“, sagte Kreussel. Die Situation wäre „auf jeden Fall“ lebensgefährlich gewesen, wenn der Junge nicht gefunden worden wäre.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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