Aktion zur Heimatpflege
Welche Vorbilder die Bayern mit Straßennamen ehren wollen

Sven Hoppe/dpa
Eine Ampel hat er schon - aber sollte der Pumuckl auch Namensgeber einer Straße werden? (Symbolbild)
Gut 140 Vorschläge zur Ehrung bedeutender Persönlichkeiten aus Bayern sind bislang bei einer Aktion des Landesvereins für Heimatpflege eingegangen. „Die meisten der gut 140 Vorschläge sind sehr überzeugend und auch schlüssig begründet“, sagte Geschäftsführer Rudolf Neumaier. „Wir suchen ja Namen von Personen, die sich um die Demokratie in Bayern verdient gemacht haben. Ohne der Historiker-Jury vorgreifen zu wollen, kann ich feststellen, dass die Ideen jetzt schon großartig sind.“
Zu den Vorschlägen gehören dem Verein zufolge unter anderem der ehemalige Bundesjustizminister Hans-Jochen Vogel, die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm und der bislang einzige bayerische Nicht-CSU-Ministerpräsident nach dem Zweiten Weltkrieg, Wilhelm Hoegner, aber auch die Bestseller-Autorin gewordene Bäuerin Anna Wimschneider und Fußballikone Franz Beckenbauer.
Bei einigen Ideen sei dagegen eher fraglich, ob sie es am Ende auf die Auswahlliste schaffen, sagte Neumaier. Unter anderem sei eine Straße für den Pumuckl gefordert worden - und für die Serien-Kultfigur Monaco Franze. Vorschläge wie die Frauenrechtlerin Ernestine Reuter, CSU-Kulturpolitiker Alois Hundhammer und die Mitglieder der Weißen Rose hätten bessere Chancen.
Vorschläge für die Liste mit Namen von Menschen, die die Demokratie in Bayern gefördert haben und daher als Paten für Straßen und Plätze, aber auch Schulen in Betracht kommen, können beim Verein noch bis Ende März eingereicht werden. Entscheidend sei, dass es sich um Vorbilder handle, „an denen entlang man gute Geschichten erzählen kann“, sagte Neumaier. Dabei seien nicht nur Politiker gefragt, auch Künstler, Kabarettisten oder Journalisten kämen infrage - vor allem Verstorbene, wie bei Straßenbenennungen üblich.
Hintergrund der Aktion ist laut dem Verein, dass es oft Konflikte gibt wegen Straßen, deren Namenspaten eine „problematische Biografie“ haben. Oft handelt es sich dabei um Aktivitäten im Nationalsozialismus, manchmal aber auch andere Hintergründe wie mögliche Verwicklungen in den Missbrauchsskandal der katholischen Kirche. Der Verein wolle eine „Positivliste“ schaffen, sagte Geschäftsführer Neumaier.
Die Einreichungen werden von den drei Geschichtswissenschaftlern Ferdinand Kramer, Bernhard Löffler und Martina Steber gesichtet. Die Liste soll bis kommenden Sommer fertig sein und dem Bayerischen Städte- und Gemeindetag vorgelegt werden. Die Entscheidungen über Straßennamen trifft jede Gemeinde selbst.








