Kriminalität
Vorwurf: Dreifachmord - Prozess gegen 38-Jährigen beginnt

Christine Vincon/dpa
In einem Mehrfamilienhaus in Zwiesel soll ein heute 38 Jahre alter Mann im Sommer 2025 drei Menschen ermordet haben (Archivbild)
In einem Mehrfamilienhaus in Niederbayern entdecken Polizisten im Juni 2025 die Leichen zweier Frauen und eines Mannes. Der Oberkörper einer der Toten ist im Kühlschrank versteckt. Die drei Hausbewohner sind erstickt beziehungsweise erschlagen worden - laut Ermittlern von einem Nachbarn. Am Donnerstag (1. Oktober) beginnt vor dem Landgericht Deggendorf der Prozess gegen den 38-Jährigen.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm einer Gerichtssprecherin zufolge dreifachen Mord vor. Der Anklage nach tötete der Mann die zwei Frauen in seiner Wohnung, um sich dabei sexuell zu befriedigen. Als der Lebensgefährte der zweiten Frau nach ihr suchte, soll ihn der Angeklagte erschlagen haben.
Die Anklagebehörde sieht mehrere Mordmerkmale als erfüllt an: in allen drei Fällen Heimtücke, bei den Frauen auch zur Befriedigung des Sexualtriebs. Im zweiten und dritten Fall Grausamkeit und bei dem Mann zur Verdeckung einer Straftat.
Frauenleiche zerteilt
Die Ermittler gehen davon aus, dass der 38-Jährige die erste Frau in seiner Wohnung erstickte, indem er sie am Hals würgte und mit einem Kabel drosselte. Das mutmaßliche Motiv: sexuelle Befriedigung. Die Leiche zerteilte der Mann laut Anklage, packte den Oberkörper in den Kühlschrank und legte die Beine in einer Sporttasche in einem Wald ab. Der Mann und seine Nachbarin sollen zuvor zusammen Marihuana, Medikamente und Alkohol konsumiert haben.
Auch die zweite Nachbarin soll der Angeklagte getötet haben, um sich zu erregen. Den Ermittlungen nach schlug er ihr mit einer Bierflasche und mindestens 13 Hammerschlägen auf den Kopf und umwickelte den Kopf mit Frischhaltefolie, um die Frau zu ersticken. Zuvor soll der Mann unter anderem wieder Medikamente genommen haben, auch die Frau sei dem Drogenmilieu zuzuordnen, teilte die Gerichtssprecherin mit.
Angeklagter stellte sich der Polizei
Als der Lebensgefährte der zweiten Frau nach seiner Partnerin suchte, soll der Angeklagte mit einem Hammer in dessen unversperrte Wohnung gegangen sein und den Mann erschlagen haben. Einige Tage später sei der Mann nach Österreich gefahren, wo er sich der Polizei stellte.
Für das Verfahren sind zehn Verhandlungstage anberaumt worden. Es sollen 34 Zeugen und fünf Sachverständige gehört werden. Eltern und Geschwister der Toten sind Nebenkläger. Das Urteil könnte am 19. November fallen.








