Cold Case

Ungeklärte Mädchen-Morde - führt DNA-Spur zum Täter?

Auf die Parallelen zwischen den beiden Morden stießen die Ermittler erst durch die DNA-Spur. (Symbolbild)

Auf die Parallelen zwischen den beiden Morden stießen die Ermittler erst durch die DNA-Spur. (Symbolbild)

Von dpa

Jahrzehnte nach zwei ungeklärten Morden an Mädchen in Bayern gehen die Ermittler davon aus, dass für beide Taten derselbe Täter verantwortlich ist. Die Kriminalpolizei in Fürth fand an der Kleidung einer vor mehr als 50 Jahren ermordeten Zwölfjährigen DNA-Spuren, die mit einem ähnlichen Fall im Allgäu übereinstimmen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die DNA vom Täter stammt.

Zwischen den beiden Fällen gibt es den Ermittlern zufolge noch weitere Parallelen. Die zwölfjährige Marion Baier wurde in der Nacht zum 2. Juli 1973 in Oberasbach (Landkreis Fürth) ermordet, nachdem sie am Vorabend ein Fest im benachbarten Zirndorf besucht hatte. Da die Leiche teilweise entkleidet war, gehen die Ermittler von einem Sexualmord aus.

Die 13-jährige Sonja Hurler wurde 1981 getötet, nachdem sie sich nachts nach einem Streit mit der Mutter zu Fuß zur Großmutter aufgemacht hatte. Am Vortag hatte es in der Nähe des Tatorts ebenfalls ein Fest gegeben. Auch Sonja Hurler wurde Opfer eines Sexualmords.

„Das könnte tatsächlich ein Muster erkennen lassen“, erläuterte Sprecher Michael Konrad vom Polizeipräsidium Mittelfranken. Auf die Parallelen stießen die Ermittler aber erst durch die DNA-Spur, die dann bei der Suche in der Datenbank den Treffer im Allgäu ergab. Den ungeklärten Mord an Marion Baier hatten die Ermittler zuvor routinemäßig wieder aufgerollt.

Unklar ist aber, ob der Mörder der beiden Mädchen nach so langer Zeit noch lebt. „Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich damals um einen eher jüngeren Täter gehandelt hat“, sagte Konrad. „Es könnte natürlich trotzdem sein, dass er bereits tot ist.“ Im Fall Sonja Hurler brachte eine DNA-Reihenuntersuchung unter 300 Männern, die zum Tatzeitpunkt in der Nähe wohnten, 2023 jedenfalls keinen Durchbruch.

Nach dem Mord an Marion Baier konnten die Ermittler damals am Tatort Schuhabdrücke und ein Silbermedaillon sicherstellen, dass ihrer Ansicht nach dem Täter gehört. Diese Beweise halfen bisher aber nicht, seine Identität herauszufinden.

Um mehr Hinweise zu bekommen, wenden sich die Ermittler nun in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ an die Bevölkerung aus dem Raum Kempten und in der Region rund um Zirndorf und Oberasbach.

Profiler - also Fallanalytiker - aus München schauen sich die beiden Mordfälle nach Angaben von Konrad ebenfalls genau an und vergleichen diese mit anderen Fällen aus den Datenbanken. Dabei analysieren sie unter anderem, wie der Täter bei den Morden vorging und wie er seine Opfer auswählte. Möglicherweise gebe es Überschneidungen mit weiteren Taten, sagte Konrad.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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