3. Fußball-Liga
Trainer-Pionierin Wittmann: „Bin totaler Workaholic“

Daniel Karmann/dpa
Sabrina Wittmann sorgte als Trainerin des FC Ingolstadt für ein Novum. (Archivbild)
Trainerin Sabrina Wittmann hat persönliche Einblicke gegeben, wie schwer es ist, im Profifußball auf sich selbst zu achten. Bei der Trainerausbildung habe man in einem „Self-Care-Modul“ gelernt, „wie kann ich eigentlich auf mich selbst aufpassen? Ich bin verantwortlich für viele Menschen, ich bin eine Führungsperson und wenn ich auf andere achten will, dann muss ich auf mich selbst achten“, sagte die 34-Jährige vom FC Ingolstadt im Podcast Spielmacher von 360Media. „Das war zum Beispiel etwas, was mir immer total hinten runtergefallen ist, weil ich totaler Workaholic bin.“
Wittmann rückte als die erste Trainerin im deutschen Männer-Profifußball in den öffentlichen Fokus. Selbstschutz sei ein „ein schwerer Punkt, ein Prozess, in dem ich mich noch befinde. Ich bin jetzt im ersten Schritt, nämlich Bewusstsein dafür zu entwickeln und versuche schon, da jetzt auch vermehrt auf mich zu achten, vielleicht auch mal später kommen, früher nach Hause gehen, was früher einfach ein Unding war“, sagte die Trainerin des Drittligisten. Das Thema Schlaf sei bei ihr ein „extremes Manko“, gestand sie.
Wittmann war im Juni 2024 beim FC Ingolstadt von der Interimslösung zur Dauerlösung befördert worden. Dass sie Frauen Hoffnung mache, freue sie, sagte Wittmann. Allerdings sei gerade am Anfang der Druck auch groß gewesen.
Es sei ein „Rucksack“ gewesen, sagte die 34-Jährige. „Der war schon ein bisschen schwerer, als ich gedacht hätte, um ehrlich zu sein.“ Sie habe nicht die erste Frau sein wollen, die dann nach wenigen Wochen wieder entlassen werden würde.
Mit dem FC Ingolstadt startete Wittmann mit zwei Siegen in das Fußball-Jahr. In der Tabelle belegen die Oberbayern den 13. Platz. Persönlich ging für sie „ein großer Traum in Erfüllung“. In dieser Woche erhielt Wittmann die Urkunde für den erfolgreichen Abschluss der DFB Pro-Lizenz.








