Arbeitskampf
Streik bei Avnet endet mit Tarifvertrag kurz vor Schließung

Daniel Karmann/dpa
Die IG Metall hat zum ersten Mal seit zwei Jahren in Bayern wieder zu einem unbefristeten Streik gegriffen. (Archivbild)
Die IG Metall hat beim Elektronikgroßhändler Avnet Logistics im oberbayerischen Poing wenige Monate vor der angekündigten Schließung mit dreitägigem Streik einen Tarifvertrag durchgesetzt. Darauf haben sich die Gewerkschaft und die Geschäftsführung des Unternehmens mit seinen 350 Mitarbeitern geeinigt, wie die Gewerkschaft mitteilte. Avnet will den Standort laut Gewerkschaft nach monatelangen Auseinandersetzungen zum Jahresende schließen. Bestandteil des Tarifvertrags sind demnach neben Lohnerhöhungen und Bonuszahlungen auch hohe Abfindungen und ein Krisenbonus.
Avnet ist ein auf die Lieferung elektronischer Bauteile spezialisierter US-Konzern mit weltweit 14.500 Mitarbeitern, bei der Tochtergesellschaft in Poing wurde bislang ohne Tarifvertrag gearbeitet. Die Umsätze des Konzerns in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres laut jüngstem Quartalsbericht um ein knappes Drittel (31,3 Prozent) auf 2 Milliarden Dollar gestiegen - das beinhaltet alle Geschäftsbereiche, nicht nur die Logistik. Avnet hatte 2025 einen neuen, erheblich größeren deutschen Standort in Bernburg in Sachsen-Anhalt eröffnet.
Laut IG Metall gab es vor dem Streik in Poing fünf ergebnislose Tarifverhandlungen. Im April kündigte Avnet die Schließung des Poinger Standorts an, anschließend votierten die Mitarbeiter für den unbefristeten Streik. Dieser ist nun ausgesetzt, bis die IG Metall-Mitglieder über die Annahme des Verhandlungsergebnisses abgestimmt haben. Die IG Metall wertete den Streik als vollen Erfolg.








