Drogenhandel
„Spice“ per Post - Prozess um Drogenhandel in Münchner Knast

Andreas Gebert/dpa
In München beginnt ein Strafprozess um einen schwungvollen Drogenhandel in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim. (Archivbild)
Ein Drogenhandel im Gefängnis mit einer ungewöhnlichen Masche beschäftigt nun das Landgericht München I. Angeklagt sind fünf Männer, die laut Staatsanwaltschaft vor allem mit „Spice“, einem synthetischen Cannabinoid, gehandelt haben sollen. Einem Seelsorger wird zudem Bestechlichkeit vorgeworfen. Ungewöhnlich ist der Weg, auf dem der Stoff in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim in München gelangte: per Post.
Kästchenweise Rauschgift
Dazu sei das Cannabinoid auf DIN-A4-Papier aufgetragen worden, dann seien die Seiten beschrieben und als normaler Brief an die Abnehmer geschickt worden, heißt es in der Anklage. Kariertes Papier sei demnach besonders vorteilhaft gewesen, weil sich der Stoff mithilfe der Karos kästchenweise portionieren ließ. Die Ermittlungsbehörden gehen von einem Kaufpreis von mindestens 400 Euro pro Seite aus.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern unter anderem bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vor. Der Gefängnisseelsorger ist zudem wegen Bestechlichkeit angeklagt. Bis Ende Oktober hat das Landgericht insgesamt neun Verhandlungstage angesetzt.








