Narrengericht
Söder spricht von „Justizskandal“ - löst aber Schulden ein
Es sei zwar ein krasses Fehlurteil und ein Justizskandal, meinte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) scherzhaft - aber Spielschulden seien nun einmal Ehrenschulden: Deshalb hat Söder nach seiner Verurteilung durch das Stockacher Narrengericht 150 Liter Strafwein an eine angereiste Narren-Delegation aus dem benachbarten Baden-Württemberg bezahlt - die dann anschließend direkt weiter auf die Wiesn ziehen wollte.
Silvaner aus Franken sei in dem Fass, sagte Söder und fügte hinzu: „Der schmeckt sogar - und je mehr man trinkt, desto besser schmeckt er.“
Söder: Urteil noch glimpflich ausgegangen
Das 675 Jahre alte Stockacher Narrengericht, das zu den Höhepunkten der schwäbisch-alemannischen Fastnacht im Südwesten gehört, hatte Söder im Februar unter anderem wegen „Täuschung im Bierzelt“, „Größenwahn“ und „Verrat an der guten konservativen Sache“ verurteilt. Ungerecht sei das, meinte Söder, auch weil das Urteil schon vorher ausgemachte Sache gewesen sei. „Mein Verteidiger war nicht so stark gerade, der hätte schon mehr rausholen können“, klagte er - aber das „Urteil“ sei ja dann noch glimpflich ausgegangen.
„Klein kann jeder - nur Sie nicht“
Michael Zehnle, Narrenrichter und 1. Vorstand des Narrengerichts, rechtfertigte die Verurteilung. „Klein kann jeder - nur Sie nicht“, sagte er. Er hoffe aber, dass Söder etwas daraus gelernt habe. Vielleicht könne er ja der Schwesterpartei damit nun wieder zu neuem Ansehen verhelfen, vielleicht sei das möglich.
Insgesamt sei das Narrengericht ein „großartiges Erlebnis“ gewesen, berichtete Söder. „Bis aufs Urteil.“ Der CSU-Chef reihte sich als Angeklagter aber in eine illustre Reihe ein: Auf der Anklagebank in Stockach saßen auch schon Franz Josef Strauß (CSU) und Angela Merkel (CDU). Die Verhandlung findet immer am „schmotzigen“ Donnerstag statt, im Karneval als Weiberfastnacht bekannt.









