Neues Theaterstück

Sandalen statt Sneaker - Dassler-Streit als Tragödienstoff

«Die Erfindung der Schuhe» wird am Mittwoch am Staatstheater uraufgeführt.

«Die Erfindung der Schuhe» wird am Mittwoch am Staatstheater uraufgeführt.

Von dpa

Der Streit der beiden Dassler-Brüder und die Gründung der konkurrierenden Weltkonzerne Puma und Adidas dient nun als Vorlage für ein Theaterstück in Nürnberg - in ungewohnter Kulisse. Autor und Regisseur Philipp Löhle übersetzt die legendäre Familiengeschichte in eine griechische Tragödie, durchzogen von Anspielungen, aber ohne konkrete Namen zu nennen. „Die Erfindung der Schuhe“ wird am Donnerstag am Staatstheater uraufgeführt.

„Ich habe relativ schnell gewusst, dass man die Geschichte in eine andere Zeit versetzen muss“, berichtet Löhle. „Man wäre sonst in einer Doku-Fiktion gelandet, in der man hätte schauen müssen, ob Adi Dassler richtig charakterisiert ist.“ Genau das sei jedoch der Teil der Geschichte, der am wenigsten interessant sei, findet Löhle. Schließlich seien die Grundzüge schon bekannt.

Der Regisseur hat die legendäre Familiengeschichte der Dassler-Brüder in ein Theaterstück gepackt.

Der Regisseur hat die legendäre Familiengeschichte der Dassler-Brüder in ein Theaterstück gepackt.

„Ein Bruderstreit, der nach Bühne schreit“

1924 gründeten Adolf „Adi“ und sein älterer Bruder Rudolf eine gemeinsame Schuhmanufaktur. Doch dann zerstritten sich die beiden. Rudolf Dassler gründete Puma, Adi Dassler Adidas - eine Rivalität, die den Erzählungen nach ein Leben lang hielt und bis heute die Kleinstadt Herzogenaurach prägt.

„Die berühmte Familiensaga und dieser erbitterte Bruderstreit sind ein großartiger "Kain-und-Abel-Mythos", der geradezu nach der Bühne schreit“, findet Schauspieldirektorin Lene Grösch, die Löhle mit dem Stück beauftragt hat. „Viele Menschen kennen die Geschichte dieser beiden Brüder, und das gibt uns im Theater die Freiheit, mit diesem Mythos umzugehen.“ In dem Fall: diesen ins antike Griechenland zu verlegen.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Brüder Adilius und Rudolfus, gewandet in Tuniken und zunächst barfuß. Die Zentralen der Weltkonzerne werden zu Tempeln, die Fußball-Weltmeisterschaft 1954 wird im Kolosseum ausgetragen und Olympia 1936 auf dem Olymp.

In der Realität holte die DFB-Auswahl 1954 in der Schweiz den WM-Titel, die Olympischen Spiele 1936 in Berlin wurden von den Nationalsozialisten zu propagandistischen Zwecken missbraucht.

Sandalen statt Turnschuhe

Erfunden werden übrigens nicht Turnschuhe, sondern zeitgemäß für die Antike Sandalen. Das Stück trägt deshalb bewusst den Titel: „Die Erfindung der Schuhe“. Erzählt wird die ganze Geschichte von einem griechischen Chor, aus dessen Reihe einzelne Schauspieler und Schauspielerinnen hervortreten, um verschiedene Szenen darzustellen.

Auf der Bühne lässt Löhle die beiden Brüder bis über den Tod hinaus bis in die Unterwelt der griechischen Mythologie streiten. „Dort streiten die beiden weiter, und sie streiten auch heute noch“, sagt Löhle. Mit einem zwinkernden Auge, viel Humor und Fantasie greife das Theaterstück diesen legendären Bruderzwist auf - und frage auch nach der Moral: „Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Frage aber ist: Ist es das wert?“, erläutert Löhle.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.