Kirche
Orden Salesianer Don Boscos will Missbrauch aufarbeiten

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Die Ordensgemeinschaft Salesianer Don Bosco beabsichtigt, Missbrauch in ihren Reihen genauer aufzudecken. (Archivbild)
Die katholische Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos (SDB) will sich Missbrauchstaten in ihren Reihen stärker stellen. Ziel sei es, sexuellen Missbrauch und andere Formen von Gewalt an Minderjährigen zwischen 1945 und 2023 aufzudecken, teilte der Orden mit. Die Ergebnisse sollen insbesondere genutzt werden, um Schutz- und Präventionsstrukturen weiter zu verbessern und weiteren Missbrauch zu verhindern.
Für die Aufarbeitung hat sich der Orden nun wissenschaftliche Hilfe geholt. Missbrauchsopfer und Zeitzeugen können sich über eine Onlineplattform bei Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena melden und ihre Erlebnisse schildern - bei Wunsch anonym. Gehört werden sollen explizit nicht nur Missbrauchsopfer und Zeugen von Missbrauch, sondern alle Menschen, die im Laufe ihres Lebens Kontakt mit der Ordensgemeinschaft hatten, heißt es auf der Website der Onlineplattform.
Zudem planen Forschende der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), historische Dokumente aus den Archiven des Ordens auszuwerten. Die Studie ist auf zwei Jahre angelegt. Sie soll von einem interdisziplinären Beirat begleitet werden, dem auch Betroffene angehören werden.
Der Orden der SDB ist laut eigenen Angaben mit etwa 14.000 Mitgliedern in mehr als 130 Ländern einer der größten Männerorden der katholischen Kirche. Der Deutschen Provinz des Ordens gehören etwa 200 Personen an 30 Orten an. Hinzu kommen 2.000 angestellte Mitarbeiter und Mitarbeitende sowie Ehrenamtliche. Gegründet wurde der Orden von dem italienischen Priester und Erzieher Johannes Bosco (1815-1888). Schwerpunkt des Ordens ist die Jugendarbeit. Der Orden unterhält Schulen, Jugendbildungshäuser, Berufsbildungswerke und Horte.
Schon 2010 und 2013 waren Missbrauchsvorwürfe in Kinderheimen des Ordens in verschiedenen Bundesländern laut geworden.








