BR-Krimi aus Franken

Neue Kollegin und bewegender Fall beim Franken-„Tatort“

Der «Tatort: Gottesgarten» wird am Sonntag ausgestrahlt.

Der «Tatort: Gottesgarten» wird am Sonntag ausgestrahlt.

Von dpa

Beim „Tatort“sind die Ermittler oft ein über viele Jahre eingespieltes Team. Wenn jemand Neues dazukommt, ist für die Zuschauerinnen und Zuschauer deshalb besonders spannend, wie das neue Gespann nun funktioniert. Muss man sich erst aneinander gewöhnen? Gibt es Streit um die Kompetenzen?

Ganz unaufgeregt verläuft dagegen der Einstand von Kriminalhauptkommissarin Emilia Rathgeber im neuen Franken-„Tatort“, gespielt von Rosalie Thomass. „Wir machen das mal ganz pragmatisch“, sagt Polizeipräsident Dr. Kaiser, stellt die neue Kollegin knapp vor und wenige Minuten später braust diese bereits mit ihrem Kollegen Felix Voss (Fabian Hinrichs) im Auto zu einem Tatort in Nürnberg.

Keine Lust auf Kompetenzgerangel

Rosalie Thomass übernimmt als Kriminalhauptkomissarin Emilia Rathgeber beim Franken-'Tatort'. (Archivbild)

Rosalie Thomass übernimmt als Kriminalhauptkomissarin Emilia Rathgeber beim Franken-"Tatort". (Archivbild)

Die Neue teilt ihren Blumenstrauß mit ihrem Kollegen, der am Vortag Geburtstag hatte - und sucht für seinen brummenden Schädel nach einer Kopfschmerztablette in ihrer Handtasche. Später kauft sie an einer Tankstelle für beide ein Eis. Schnell sind die beiden beim Du, erzählen sich persönliche Dinge.

„Ich glaube, ein Kompetenzgerangel fand niemand interessant. Wir hatten alle Lust darauf, ein normales menschliches Kennenlernen zu erzählen“, sagt Thomass zum Einstieg von Emilia - von allen Emmy genannt - Rathgeber bei der Nürnberger Kripo.

Ihr erster „Tatort“-Fall „Gottesgarten“ ist am Sonntag (25. Oktober) um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen und bereits ab Freitag in der ARD-Mediathek. Darin führt der gewaltsame Tod eines Travestiekünstlers in einem Nürnberger Stundenhotel Rathgeber und Voss in die oberfränkische Provinz, in den malerischen Landstrich „Gottesgarten“. Dort stoßen sie auf ein ungesühntes Verbrechen, über das noch viele Jahre später kaum einer im Dorf reden möchte und das die Opfer noch heute leiden lässt.

Frischer Wind und weniger steif

Das neue Ermittler-Team ermittelt dabei von Anfang an auf Augenhöhe, im Umgang miteinander zuerst noch vorsichtig abtastend, später dann fast schon routiniert. Die neue Kollegin bringt frischen Wind in das seit Jahren eingespielte Team um Hauptkommissar Felix Voss und seine Kollegin Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheid), die zehn „Tatort“-Folgen lang an der Seite von Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) ermittelten.

Die Veränderung fällt auch Michael Schatz (Matthias Egersdörfer) von der Spurensicherung auf: Voss schaue gar nicht mehr so steif aus, kommentiert er in dem Film, um dann an Voss gerichtet hinterher zu schieben: „Steht dir.“

Der vom Bayerischen Rundfunk produzierte „Franken“-Tatort rückt mit „Gottesgarten“ erneut die Perspektive der Opfer in den Mittelpunkt und zeigt, wie ein Verbrechen das Leben vieler Menschen zerstören kann. „Es ist ein sehr bewegender Film geworden. Es gibt eine spannende Handlung und gleichzeitig ist da Platz für die menschlichen Abgründe und die Tragik, die in der Geschichte steckt“, meint Thomass.

Rosalie Thomass feiert ersten „Tatort“

Vor allem das Ende wird Spuren bei Emmy Rathgeber hinterlassen, die sich einfühlsam und mit einem großen Sinn für Gerechtigkeit in ihrem ersten Fall zeigt. „Ich würde sie als einen sehr offenen, neugierigen Menschen bezeichnen. Sie ist eine Person, die nicht so schnell Urteile fällt über Menschen, sondern eher forschend in die Welt guckt und verstehen will“, beschreibt Thomass ihre Rolle. Sie selbst sei aber noch dabei, die Ermittlerin kennenzulernen. „Das ist ja das Schöne an dem Format, dass ich jetzt viele Filme Zeit habe, sie zu entdecken.“

Ihren ersten „Tatort“ hat sich Rosalie Thomass vorab schon angeschaut, freut sich nun aber besonders auf die Ausstrahlung im Fernsehen. „Es gibt eine Watchparty“, verrät sie. „Es ist mein erster Tatort als Ermittlerin. Das muss gediegen gefeiert werden. Das ist für mich schon eine große Sache.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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