Rosalie Thomass

Tatort-Kommissarin kritisiert Gewalt-Darstellung in Krimis

Rosalie Thomass ist auch gerade im neuen «Bibi Blocksberg»-Film als Barbara Blocksberg zu sehen. (Archivbild)

Rosalie Thomass ist auch gerade im neuen «Bibi Blocksberg»-Film als Barbara Blocksberg zu sehen. (Archivbild)

Von dpa

„Tatort“- und „Polizeiruf“-Schauspielerin Rosalie Thomass hat sich kritisch über die Darstellung von Gewalt gegen Frauen in Fernsehkrimis geäußert. „Die geschändete, blonde, dekorative, nackte Frauenleiche im Gebüsch oder in der Böschung am Fluss - kann ich dir gar nicht sagen, wie lange ich mich da schon drüber aufrege“, sagte die 39-Jährige im Podcast „Zwischen den Zeilen“ von Fernsehmoderatorin Bettina Böttinger und schloss sich damit der Kritik Böttingers an.

Die Moderatorin hatte in dem Podcast gesagt, dass sie am „Tatort“ und am „Polizeiruf“ in den vergangenen Jahren das Motiv der verfolgten, gequälten oder ermordeten Frau oft gestört habe. „Seit vielen, vielen Jahren regt mich das schon auf“, sagte Thomass weiter. Sie könne die Begeisterung für True Crime, also für echte Kriminalfälle, gar nicht nachvollziehen. „Ich verstehe das gar nicht, weil die Realität ist ja, dass es jeden zweiten oder dritten Tag einen Feminizid gibt.“

Thomass ist ab Oktober Ermittlerin im Franken-Tatort

Thomass legt im Oktober beim Franken-„Tatort“ los. Sie spielt Emilia Rathgeber, die neue Kollegin von Felix Voss. Voss wird von Fabian Hinrichs gespielt. In ihrem ersten gemeinsamen Fall namens „Gottesgarten“ (25. Oktober) werden sie zu einem Nürnberger Stundenhotel gerufen, in dem ein Travestiekünstler erstochen aufgefunden wurde.

Für Thomass ist das eigentliche Problem der „Male Gaze“, also der männliche Blick. „Und wenn wir das natürlich nicht infrage stellen, sondern in jedem Film ganz normal, ja da ist die jetzt da wieder so schön zerstochen, liegt sie da in ihrem Blut, dann finden wir das irgendwann auch alle normal.“ Bei Szenen mit sexualisierter Gewalt an Frauen könne man etwa überlegen, ob man die überhaupt braucht oder das über den Ton erzählen kann. „Und jeder muss seine schreckliche Fantasie selber haben.“

Wenn Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden - also weil sie Frauen sind - dann spricht man von einem Femizid. Als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.