Handynetz-Betreiber

Mobilfunker O2 unter Druck - Hoffnung auf 2027

Das Logo von O2 an seinem Düsseldorfer Standort.

Das Logo von O2 an seinem Düsseldorfer Standort.

Von dpa

Die Talfahrt des Telekommunikationsanbieters O2 Telefónica setzt sich fort. Wie die Deutschlandtochter des spanischen Konzerns Telefónica in München mitteilte, sank der Umsatz im zweiten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,1 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro. Hauptgrund hierfür ist der Verlust des Großkunden 1&1, der jahrelang das O2-Netz mitgenutzt und dafür Miete gezahlt hatte. Doch 2024 wechselte 1&1 zu Vodafone, bis Ende 2025 wurden rund 12 Millionen Handykunden auf das Vodafone-Netz umgebucht. Dadurch bekommt O2 weniger Geld in die Kasse.

Das operative Ergebnis (Ebitda) von O2 sank im zweiten Quartal den Angaben zufolge um 7,2 Prozent auf rund 0,6 Milliarden Euro. Das im Vergleich zum heftigen Umsatzrückgang schwächere Minus liegt etwa an Sparmaßnahmen. Besonders stark waren die Einbußen beim Verkauf von Smartphones und anderen Endgeräten, dieser Geschäftsbereich sackte um etwa ein Viertel ab.

Ein neuer Chef soll es richten: Santiago Argelich Hesse (Mitte) neben Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU, links) beim Rundgang über den Telefónica-Messestand bei der Digitalmesse MWC in Barcelona im März.
Ein neuer Chef soll es richten: Santiago Argelich Hesse (Mitte) neben Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU, links) beim Rundgang über den Telefónica-Messestand bei der Digitalmesse MWC in Barcelona im März.
Ein neuer Chef soll es richten: Santiago Argelich Hesse (Mitte) neben Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU, links) beim Rundgang über den Telefónica-Messestand bei der Digitalmesse MWC in Barcelona im März.
Ein Mobilfunk-Standort in Brandenburg.
Ein Mobilfunk-Standort in Brandenburg.
Ein Mobilfunk-Standort in Brandenburg.

O2 Telefónica ist stark unter Druck, der langjährige Firmenchef musste gehen. Als neuer Mann kam Anfang dieses Jahres der Deutsch-Spanier Santiago Argelich Hesse ans Steuer. Er setzt auf ein hartes Sparprogramm. Noch dieses Jahr sollen 1100 Stellen wegfallen und damit etwa jeder sechste Job bei O2, zu Jahresbeginn hatte die Firma 6820 Vollzeitstellen. Die Beschäftigten sollen freiwillig gehen, etwa über Frühverrentungen und Abfindungen. Außerdem sollen 60 der 800 O2-Shops geschlossen werden.

Für nächstes Jahr ist eine zweite Phase des Sparprogramms geplant, dann sollen die Kosten von Callcentern und im Vertrieb gedrückt werden - auch das über Jobkürzungen und andere Maßnahmen. Die Arbeitnehmerseite hat dem Vorhaben für dieses Jahr zähneknirschend zugestimmt, zugleich aber eine mangelhafte Strategie kritisiert und mehr Investitionen angemahnt.

Das Management gibt sich zuversichtlich. Im Verlauf des kommenden Jahres werde man beim Umsatz und Betriebsergebnis wieder wachsen, sagte O2-Finanzchef Markus Rolle.

Mit etwas Optimismus lassen sich zarte Pflänzchen der Hoffnung aus dem jüngsten Zahlenwerk herauslesen. So ging das Wachstum der Mobilfunk-Vertragskunden weiter, im zweiten Quartal stieg deren Anzahl um 30.000 auf rund 32 Millionen. Konkurrent Vodafone hat im gleichen Zeitraum deutlich Kunden verloren.

Auch beim Firmenkundengeschäft mit Sim-Karten für Maschinen - etwa für Autos - legte O2 etwas zu. In diesem Segment ist die Firma aber längst nicht so stark wie die Deutsche Telekom und Vodafone.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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