Musik
„Mit dem Herz in der Hand“ - Doku über Sportfreunde Stiller
Der zentrale Satz des Films ist wohl dieser: „Ohne Freundschaft würde das bei uns nicht gehen.“ Die Sportfreunde Stiller feiern in diesem Jahr Bandjubiläum. Und dafür bekommen sie von der ARD eine Dokumentation geschenkt, die vor allem zeigt: Das sind nicht nur 30 Jahre Musik, sondern auch 30 Jahre Freundschaft. Oder, wie es im Film heißt: „Wir sind immer noch hier.“
Von diesem Donnerstag (28. Mai) an ist der Film „Mit dem Herz in der Hand“ in der Mediathek zu sehen. Am 12. Juni (23.30 Uhr) soll er im Ersten gezeigt werden. An dem Tag erscheint auch das neue Album der Sportfreunde mit dem Titel „Happy Birthday“.
Bei der Weltpremiere auf dem Dok.Fest München Mitte Mai wurde es entsprechend emotional. „Ich habe alles so restlos mit den anderen auskosten können“, sagte Bassist Rüdiger Linhof. „Das ist das größte Geschenk, das man uns machen kann - das festzuhalten.“ Er ist es auch, der in der Dokumentation sagt, er habe großen Respekt vor Menschen, die es schaffen, ihr Leben zu bestreiten, ohne Teil einer Band zu sein.
Nach Angaben ihres Managements hat die Band zwei Millionen physische Tonträger verkauft - ohne Stream oder Download - und mit fünf Alben sechsmal Gold und zwei Platin-Auszeichnungen eingesackt. Die Single „Ein Kompliment“ wurde weltweit über 210 Millionen Mal gestreamt.
In 90 Minuten zeichnet der Film sehr humorvoll, sehr rührend und sehr persönlich diese 30-jährige Bandgeschichte der drei Männer nach, die sich zu Studienzeiten an der Uni und im legendären Atomic Café in München kennenlernten und von dort aus eine Karriere starteten, die sie 2006 ans Brandenburger Tor brachte.
Als Lieferanten des Soundtracks für das Fußball-Sommermärchen während der Weltmeisterschaft in Deutschland waren die drei Musiker fast so berühmt wie die Mannschaft um Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger und Co.
Der Film erzählt auch davon, wie der Song „54, 74, 90, 2006“ entstand - nämlich nach einer Idee von Schlagzeuger Flo Weber abends in Unterhosen auf dem Sofa.
Der ganz große Durchbruch mit dem Song wäre dann fast daran gescheitert, dass eben jener Schlagzeuger Karten für das WM-Spiel Deutschland gegen Schweden hatte - und wie schwer es für die Band war, nach dem großen Erfolg mit einem Fußball-Partysong wieder zurück zu sich selbst zu finden. Dass plötzlich auf ihren Konzerten Deutschland-Flaggen geschwenkt wurden, sei befremdlich gewesen.
Die Doku thematisiert auch eine große Krise zwischen den Musikern und Freunden, als Sänger Peter Brugger feststellte, dass er ausgebrannt sei, eine Pause brauche für sich und seine junge Familie - und als vor allem Drummer Flo Weber das nicht verstehen konnte. Sie erzählt vom großen Schweigen zwischen den Freunden und davon, wie schwer es war, dieses Schweigen zu überwinden - und wie sehr sich diese Anstrengung dann doch gelohnt hat. „Es ist dieser Sportfreunde-Vibe, der dann sofort aufkommt, wenn wir Drei zusammen sind“, sagt Sänger Brugger.
Einen großen Teil des Films machen Aufnahmen in Spanien aus, wo die Sportfreunde ihr neues Album aufnehmen und feststellen, dass ihre Freundschaft wohl noch nie so entspannt und so stabil war wie jetzt, im beginnenden Alter.
Das Album, das dabei entstand, ist das Geschenk, das die Sportfreunde Stiller sich selbst zum Geburtstag machen. „Happy Birthday“ erscheint am 12. Juni, an dem Tag, an dem auch die Doku ausgestrahlt wird, die vor allem denjenigen gefallen wird, die aufgewachsen sind mit den Sportfreunden und ihrer Musik. Wie Sänger Brugger sagt: „Das höre ich oft: Ihr seid meine Jugend.“
Außerdem sind die Musiker derzeit auf Tournee. Nach dem großen Jubiläumskonzert am Wochenende in München ist eine „Konzertreise“ mit dem grammatikalisch eigenwilligen und an einen ihrer ersten Songs erinnernden Titel „30 wunderbaren Jahren“ geplant. Dutzende Auftritte in Deutschland, Österreich und der Schweiz sollen es bis Oktober werden, viele davon sind ausverkauft.












