Kriminalität

Millionendiebstahl aus Münzautomaten: Urteil erwartet

Über zehn Jahre hinweg soll das Ehepaar eine Millionensumme aus den Parkautomaten entwendet haben. (Archivbild)

Über zehn Jahre hinweg soll das Ehepaar eine Millionensumme aus den Parkautomaten entwendet haben. (Archivbild)

Von dpa

Im Prozess um einen millionenschweren Diebstahl von Münzen aus Parkautomaten vor dem Landgericht Kempten werden voraussichtlich heute die Plädoyers gehalten und das Urteil fallen. Die Staatsanwaltschaft wirft in dem Verfahren einem Ehepaar gewerbsmäßigen Diebstahl vor. Insgesamt 1,9 Millionen Euro soll der Angeklagte binnen zehn Jahren mit Hilfe seiner Frau erbeutet haben. Beide gestanden beim Prozessauftakt.

Der 40-Jährige und die 39-Jährige räumten ein, von 2020 bis 2025 in 335 einzelnen Fällen 1,34 Millionen Euro gestohlen zu haben. Der Angeklagte war Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und zuständig für die Leerung der Parkscheinautomaten. Die Münzen habe er aus den Parkautomaten genommen, in Plastiksäcke gefüllt und mit nach Hause genommen. In anderen Fällen habe seine Frau das Geld am Automaten abgeholt.

Hinweisschild auf einen Parkscheinautomaten der Stadt Kempten. (Archivbild)

Hinweisschild auf einen Parkscheinautomaten der Stadt Kempten. (Archivbild)

Mehr als 500 weitere Fälle seit dem Jahr 2015 sind mittlerweile verjährt, dafür können die Eheleute nicht bestraft werden. Das bei diesen mutmaßlichen Diebstählen erbeutete Geld in Höhe von insgesamt fast 584.000 Euro soll aber ebenfalls von der Justiz zur Schadensbegleichung bei den Angeklagten eingezogen werden.

Die Münzen hatte das Paar auf private Konten eingezahlt oder sich dafür Supermarktgutscheine geholt. Wie der Angeklagte in seinem tränenreichen Geständnis angab, sei das Geld für Luxusgüter wie Pferde, Autos und teure Kleidung ausgegeben worden.

Wie der Beschuldigte an den Schlüssel zum Öffnen der Geldkassette kam, blieb im Prozess unklar. Verschiedene Bauhofmitarbeiter, die als Zeugen geladen waren, berichteten übereinstimmend: Ihre Aufgabe sei das Entnehmen der Geldkassette, mit dem Bargeld kämen sie aber gar nicht in Kontakt. Der Fall war im November bekanntgeworden, nachdem eine Bank wegen Geldwäscheverdachts die Ermittler eingeschaltet hatte.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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