Agrarministerkonferenz

Kommunalunternehmen für mehr Trinkwasserschutz

Der Schutz der Böden als Speicher für Trinkwasser ist den kommunalen Wasserversorgern und den Bio-Bauern in Bayern ein Anliegen. (Archivbild)

Der Schutz der Böden als Speicher für Trinkwasser ist den kommunalen Wasserversorgern und den Bio-Bauern in Bayern ein Anliegen. (Archivbild)

Von dpa

Vor dem Treffen der Agrarminister von Bund und Ländern in Würzburg haben kommunale Wasserversorger, Naturschützer und Ökolandwirte die Politik zu mehr Trinkwasserschutz aufgefordert. Der Klimawandel sei längst auf den Feldern angekommen; lange Trockenphasen, sinkende Grundwasserstände und zunehmender Starkregen machten dem Boden als Wasserspeicher zu schaffen, heißt es in einer Erklärung des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) in Bayern und der Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern.

Wasserversorgung sichern

„Sauberes Leitungswasser beginnt nicht erst im Wasserwerk, sondern auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Jede Investition in gesunde Böden und einen funktionierenden Landschaftswasserhaushalt ist zugleich eine Investition in eine sichere Wasserversorgung und eine nachhaltige Landwirtschaft“, sagte Bayerns VKU-Vorsitzender Marcus Steurer.

Der Schutz von Boden und Wasser müsse konsequent in den Mittelpunkt agrarpolitischer Entscheidungen gestellt werden. Agrarförderung sollte daher gezielt Maßnahmen unterstützen, die dem Schutz des Grundwassers dienen - wie der Aufbau von Humus über Fruchtfolgen.

Auch der Bund Naturschutz (BN) betonte, Hitze und Dürre seien längst „eine zentrale Herausforderung“ für die Landwirtschaft. „Wer die Höfe dauerhaft schützen will, muss dafür sorgen, dass unsere Landschaft wieder mehr Wasser aufnehmen, speichern und in Trockenzeiten zur Verfügung stellen kann“, sagte BN-Agrarexperte Harald Ulmer. „Dass im Programm der Konferenz das Thema Wasserhaushalt nicht vorkommt, ist erschreckend! Offensichtlich ist man sich nicht bewusst, welche Herausforderungen hier auf uns zukommen.“

Minister treffen sich in Würzburg

Die Agrarminister des Bundes und der 16 Bundesländer treffen sich am Donnerstag und Freitag in Würzburg, tags zuvor kommen die Amtsleiter zusammen. Der Freistaat Bayern mit Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) hat 2026 den Vorsitz der Konferenz. Unter anderem wird dort auch über die Düngemittelgesetzgebung des Bundes gesprochen, die gerade im Bundestag diskutiert wird.

Der Entwurf der Bundesregierung bleibe deutlich hinter den Notwendigkeiten des Gewässerschutzes zurück, hatten die kommunalen Unternehmen bereits nach Ausschussberatungen im Bundestag kritisiert. Die intensive Landwirtschaft gehört zu den Hauptverursachern von Bodenverschmutzung - etwa durch Nitrate über die Düngung mit Mineraldünger.

Bauernproteste

Die Konferenz in Würzburg wird auch von Protesten von Landwirten begleitet. Es wird erwartet, dass mehrere Hundert Bäuerinnen und Bauern dem Aufruf des Bauernverbandes zu einer Demonstration folgen werden. Sie verlangen von der Politik eine Senkung der Produktionskosten, weniger Bürokratie und eine bessere Ausstattung mit Subventionen aus Brüssel.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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