Kabinett

Klima-Dashboard ist online - zumindest als Startversion

Der Klimawandel beziehungsweise seine Folgen sind in Bayern längst vielerorts erkennbar. Fehlende Niederschläge, Hitzeperioden und starke Unwetter sind ein immer häufigeres Phänomen im Freistaat. (Illustration)

Der Klimawandel beziehungsweise seine Folgen sind in Bayern längst vielerorts erkennbar. Fehlende Niederschläge, Hitzeperioden und starke Unwetter sind ein immer häufigeres Phänomen im Freistaat. (Illustration)

Von dpa

Fast genau ein Jahr nach dem Erscheinen des letzten bayerischen Klimaberichtes soll ab sofort ein Dashboard im Internet alle relevanten Informationen zum Klima in Bayern liefern. „Es gibt jetzt ein digitales Tool. Sie können alle Klimadaten mit dem heutigen Tag auf der LfU-Seite direkt anklicken, abrufen und damit eine tatsächlich auch Echtzeitinformationen, alles rund um Wetter, Klima, Freistaat Bayern abrufen“, sagte Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) nach einer Sitzung des Kabinetts am Starnberger See.

Konkret erfahren die Besucher der Seite https://klimadashboard.bayern.de/ etwa, dass die an der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze gemessene CO2-Konzentration in sehr gleichmäßigen Wellenbewegungen seit Januar 2002 um mehr als 88 Prozent gestiegen sind.

Darüber hinaus sind die von Glauber seit Monaten versprochenen tagesaktuellen Werte aber Mangelware: Der Temperaturtrend geht zwar eindeutig nach oben - die neuesten Zahlen sind aber aus 2025, gleiches gilt für die im Zuge der Klimaschutzprogramme eingesparten Treibhausgase. Glauber betonte dennoch, dass das Thema Klimaschutz mit der neuen Internetseite die Bürgerinnen und Bürger noch sichtbarer werde.

Auf Nachfrage erklärte ein Ministeriumssprecher, dass sich die Datenbank noch im Aufbau befinde und derzeit eine Startversion verfügbar sei. Zudem stellte er klar, dass unter dem Begriff „Echtzeit“ nicht nur die Erhebung der Daten gemeint sei, sondern vielmehr auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung. Dort, wo nur zu bestimmten Stichtagen Daten erhoben würden, würden diese aber unmittelbar im Dashboard hinterlegt.

2025 hatte die Staatsregierung ihren letzten Klimabericht veröffentlicht - die Abschaffung der Berichtspflicht ging auf den forcierten Bürokratieabbau zurück. Zudem binde die Erstellung des Berichtes „in hohem Maße Arbeitskraft“, hieß es damals im Gesetzentwurf.

Laut Glauber entsteht durch die neue Internetpräsenz keinerlei Mehrarbeit: „Wir haben eine unglaubliche Menge an Daten, die wir tatsächlich über das Landesamt für Umwelt in Bayern erheben“, sagte er. Die Weiterverarbeitung erfolge automatisch, „da gibt es keinen Menschen mehr, der dort arbeitet“.

Umweltorganisationen wie auch Vertreter von SPD und Grünen im Landtag hatten die Abschaffung des Klimaberichtes heftig kritisiert. Sie werfen der Staatsregierung vor, damit die notwendige Transparenz beim Klimawandel zu verhindern. Der Klimabericht hatte in früheren Jahren immer wieder Probleme bei der Umsetzung des Klimaschutzes angezeigt - etwa weil die angestrebte Reduzierung der Treibhausgasemissionen nicht im nötigen Tempo vorankam.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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