Kritik an Verdi-Bundesvorstand

Handel-Arbeitgeber legen Tarifrunde in vier Ländern auf Eis

Ein Warnstreik Anfang Juli in Dortmund. Bundesweit hat es in den vergangenen Wochen viele Warnstreiks im Handel gegeben. (Archiv)

Ein Warnstreik Anfang Juli in Dortmund. Bundesweit hat es in den vergangenen Wochen viele Warnstreiks im Handel gegeben. (Archiv)

Von dpa

In der diesjährigen Tarifrunde im Einzelhandel haben die Arbeitgeber die Verhandlungen in vier Bundesländern vorerst auf Eis gelegt. Die anstehenden Gesprächsrunden in Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Berlin-Brandenburg sind abgesagt, wie der Handelsverband Bayern mitteilte. Die Arbeitgeber werfen dem Verdi-Bundesvorstand vor, eine Einigung in Baden-Württemberg unterlaufen zu haben - Verdi hatte in der „Lebensmittelzeitung“ bereits widersprochen. Bundesweit gab es in den vergangenen Wochen zahlreiche Warnstreiks. Der bayerische Verdi-Landesbezirk kündigte eine Ausweitung der Arbeitsniederlegungen an.

Die jüngsten Entwicklungen zeigten, dass in anderen Tarifgebieten vor Ort ausgehandelte Kompromisse am Verdi-Bundesvorstand scheitern, kritisierte die bayerische HBE-Tarifgeschäftsführerin Melanie Eykmann. „Unter diesen Voraussetzungen sehen wir derzeit keine Grundlage für zielführende Verhandlungen in Bayern“, sagte Verbandssprecher Bernd Ohlmann.

Die Gewerkschaft dagegen konterte, dass die steigenden Preise für Nahrungsmittel, Verkehr und Energie für die Beschäftigten im Einzel- und Versandhandel existenzbedrohend seien. Der bayerische Verhandlungsführer Thomas Gürlebeck sprach von einem „Skandal“. „Klar ist, wir werden unsere Streiks ausweiten und gemeinsam mit den Beschäftigten für einen angemessenen Tarifabschluss kämpfen.“

Verdi fordert - je nach Bundesland beziehungsweise Tarifgebiet etwas unterschiedlich - Lohnerhöhungen von sieben Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber hatten in mehreren Ländern 3,5 Prozent Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von zwei Jahren angeboten.

In der „Lebensmittelzeitung“ hatte der Verdi-Bundesvorstand darauf verwiesen, dass sich die Tarifkommissionen der Gewerkschaft in den einzelnen Ländern ebenso absprechen wie bei den Arbeitgebern, und der in Baden-Württemberg bislang erreichte Stand den anderen Tarifgebieten nicht genügte.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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