Freizeit

Freizeitforscher: Trampen ist ein Sicherheitsrisikofaktor

Für Zukunftsforscher Horst Opaschowski hat der Rückgang des Reisens per Anhalter mit einem fehlenden Sicherheitsgefühl zu tun. (Archivbild)

Für Zukunftsforscher Horst Opaschowski hat der Rückgang des Reisens per Anhalter mit einem fehlenden Sicherheitsgefühl zu tun. (Archivbild)

Von dpa

Daumen raus und los geht's per Anhalter ins Abenteuer - woran Ältere sich wehmütig erinnern, interessiert junge Leute immer weniger. „Empirisch kann man das nicht nachweisen, aber die These der Zukunftsforschung ist, dass die Sehnsucht nach Sicherheit größer wird als der Durst nach Freiheit“, sagt der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski der Deutschen Presse-Agentur.

Fast könne man sagen, Sicherheit sei für manche die neue Freiheit. „Die große Kunst ist es, sicher zu sein ohne die Freiheit aufzugeben“, sagt der 85-Jährige. „Und Trampen ist ein Sicherheitsrisikofaktor im Privatleben.“

Seit der Coronakrise breitet sich nach seiner Einschätzung eine pessimistische Grundstimmung in Deutschland aus. „Wir leben in unsicheren Zeiten, da ist kein Ende abzusehen“, sagt Opaschowski, der seit vielen Jahrzehnten die Stimmung mit repräsentativen Umfragen ermittelt.

Junge Leute sind mobiler als früher

Die junge Generation wachse damit auf und müsse sich arrangieren. „Die wilden Touren nach Sri Lanka werden weniger“, sagt er, „die Sehnsucht bleibt, aber vielen ist so etwas zu unsicher“. Bei Work and Travel in sicheren Staaten wie Australien sei für viele das Risiko überschaubar.

Den besonderen, teuren Auszeiten wie Junggesellenabschieden in fernen Städten wie Palma de Mallorca oder Mailand hat Opaschowski den Titel „Luxese“ gegeben - die Mischung aus Luxus und Askese davor oder danach, um die Extravaganzen zu finanzieren.

Autostopp auf kleineren Strecken sei auch deswegen aus der Mode, weil viele Menschen mobiler geworden seien, sagt Opaschowski. Auch die Bahn-Tarife seien für junge Leute interessanter: „Viele nehmen dann in Kauf, mal zwei Stunden auf dem Bahnsteig auf einer Bank zu schlafen.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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