Allersberg in Bayern

Fränkische Gemeinde tauft nach SA-Mann benannte Straße um

Die mittelfränkische Marktgemeinde Allersberg muss die bisherge Wilhelm-Burkhardt-Straße umbenennen - der Namensgeber war ein Nationalsozialist. (Archivbild)

Die mittelfränkische Marktgemeinde Allersberg muss die bisherge Wilhelm-Burkhardt-Straße umbenennen - der Namensgeber war ein Nationalsozialist. (Archivbild)

Von dpa

Der Gemeinderat der fränkischen Marktgemeinde Allersberg (Landkreis Roth) hat die Umbenennung ihrer Wilhelm-Burkhardt-Straße beschlossen. Der Namensgeber war Mitglied in der SA (Sturmabteilung), einer bewaffneten Schlägertruppe der Hitler-Partei NSDAP.

Die Straße war erst 2021 nach Burkhardt benannt worden, der nach dem Krieg für kurze Zeit Bürgermeister von Allersberg war - ein bundesweit einmaliger Fall, wie der Antisemtisbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, schon vor zwei Jahren betont hatte.

Die Umbenennung war von dem aus 21 Mitgliedern bestehenden Marktgemeinderat mehrheitlich beschlossen worden. Vier Mitglieder - darunter eine Gemeinderätin der AfD und zwei von den Freien Wählern - stimmten nach stundenlanger Debatte bis weit in die Nacht zum Dienstag gegen die Umbenennung der Straße.

Der Streit um den Straßennamen währt bereits seit Jahren. Eine Bürgerinitiative in der 9.000-Einwohner-Gemeinde hatte die Rücknahme der Namensgebung gefordert. Der Gemeinderat hatte dies jedoch zunächst - mit der ausschlaggebenden Stimme von Bürgermeister Daniel Horndasch (parteilos) - abgelehnt. Zuletzt hatte auch die Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg - ein Zusammenschluss ganzer Kommunen im Kampf gegen Rechts, dem auch Allersberg angehört - die Umbenennung gefordert.

„Wir haben die Benennung der Straße nach einem ehemaligen SA-Mitglied bereits seit Bekanntwerden der Entscheidung im Jahr 2021 wiederholt kritisch bewertet und eine Umbenennung gefordert“, betonte der Vorsitzende der Allianz, Stephan Doll. „Die inzwischen vorliegenden weiteren historischen Erkenntnisse sowie die laufende wissenschaftliche Aufarbeitung unterstreichen aus unserer Sicht, dass die damalige Entscheidung heute neu bewertet werden sollte.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.