CSU

Ex-Parteichef Huber: CSU breiter aufstellen

Erwin Huber feiert seinen 80. Geburtstag.

Erwin Huber feiert seinen 80. Geburtstag.

Von dpa

Der frühere CSU-Chef und langjährige Staatsminister Erwin Huber fordert eine breitere personelle und inhaltliche Aufstellung seiner CSU. „Eine moderne Volkspartei braucht mehr Breite“, sagte Huber, der am kommenden Sonntag 80 Jahre alt wird, der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich wandte er sich energisch gegen politischen Populismus - und ein Schlechtreden des Landes. Damit stärke man nämlich nur die Extremisten. Und: Huber warb für Landtagspräsidentin Ilse Aigner als nächste Bundespräsidentin.

„Wir waren einmal wie eine gute Fußballmannschaft“, sagte Huber. „Denn Politik ist Teamwork.“ Früher hätten verschiedene CSU-Spitzenpolitiker verschiedene Bereiche verkörpert, vom Sozialen über die Wirtschaft bis zum Thema Umwelt. Das müsse man wieder stärken, noch dazu in der heutigen Zeit, in der die Probleme noch schwieriger seien und die Gesellschaft gespaltener sei denn je. Parteichef Markus Söder sei mächtig und habe in der CSU das entscheidende Wort. Die „spielende Mannschaft“ müsse aber größer werden. „Dann, glaube ich, wird die Qualität von Entscheidungen auch besser.“

Huber räumte ein, dass es Spitzenpolitiker heute schwerer hätten als früher: „Die äußeren Umstände, global, technologisch, Digitalisierung, dann Social Media, das ist alles schwieriger geworden. Die Hektik, die man hat, zwingt oft zu schnellen Entscheidungen - die manchmal zu wenig überlegt sein können.“

Dabei warnte Huber eindringlich vor politischem Populismus. Franz Josef Strauß habe zwar einmal den vielzitierten Satz gesagt, man müsse „dem Volk aufs Maul schauen“. „Aber viele haben dann aufgehört mit dem Satz. Er geht aber weiter: Aber nicht nach dem Mund reden. Und ich glaube, die heutige Politikergeneration hat diesen zweiten Halbsatz eher vergessen“, klagte Huber.

Huber klagte: „Heute erscheint mir vieles in der Politik zu sprunghaft, auf zu kurze Sicht angelegt. Und das führt zu einem Glaubwürdigkeits- und Vertrauensverlust.“ Die Politik müsse wieder mehr auf Langfristziele setzen. Dabei lobte Huber ausdrücklich die Technologie- und Raumfahrtpolitik Söders. Hier und in den Bereichen KI und Digitalisierung habe dieser die richtige Nase.

Dabei warb Huber für Aigner als Bundespräsidentin. „Ich glaube, dass sie tatsächlich durch ihre ganz persönliche Eigenart und ihr Auftreten ein Gewinn wäre“, sagte er. „Jedes Amt braucht ja auch bestimmte Persönlichkeiten. Man könnte sie nicht in eine Reihe stellen mit (Richard von) Weizsäcker und (Joachim) Gauck oder (Roman) Herzog“, sagte er mit Blick auf frühere Bundespräsidenten. „Aber wir leben in einer gespaltenen Gesellschaft. Und diese Spaltung nimmt immer weiter zu. Und Ilse Aigner hat ein Talent, Menschen zusammenzuführen, und dieses Talent könnte für Deutschland in diesen Zeiten ein Gewinn sein.“ Zu Aigners Chancen sagte er: „Wenn die CDU klug ist, dann nimmt sie die Ilse.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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