Fußball-Bundesliga
Bayern-Tore nach Real-Spruch: Karls Topstart ins WM-Jahr
Bayern Münchens Sportvorstand Max Eberl geht davon aus, dass Jungstar Lennart Karl aus seinen unbekümmerten Aussagen zu seinem Traumverein Real Madrid lernen wird. In Fankreisen des deutschen Fußball-Rekordmeisters kam der Real-Traum des 17-Jährigen gar nicht gut an - und bei der Bayern-Führung entschuldigte sich Karl sogar.
„Ich glaube, ein 17-Jähriger darf auch mal einen Fehler machen und darf auch mal in seiner Euphorie etwas sagen, wo er hinterher sagt, "okay, das hätte ich anders machen können"“, sagte Eberl nach dem 5:0 der Bayern bei Red Bull Salzburg. Karl trumpfte am Dienstag im einzigen Testspiel des Herbstmeisters vor der Bundesliga-Fortsetzung gleich wieder als zweifacher Torschütze auf.
„Auf dem Platz ist er verdammt gut. Und das Drumherum? Das wird er lernen“, sagte Eberl. Der Sportvorstand reagierte „völlig entspannt“ auf Karls Aussagen, der Wirbel sei aber auch eine Konsequenz aus der neuen Wahrnehmung von Youngster Karl in der Öffentlichkeit. „Er ist eben nicht mehr der Lenny, der 17-Jährige, den niemand kennt“, erklärte Eberl: „Sondern er ist Lennart Karl, wo jetzt ganz Deutschland weiß, was er kann und was er ist.“
Karl hatte am vergangenen Sonntag beim Besuch des Bayern-Fanclubs „Burgsinn 1980“ sehr offen und mit einem Lächeln die Frage beantwortet, ob er einen Traumverein außer dem FC Bayern habe: „Natürlich ist Bayern ein sehr großer Verein. Es ist ein Traum, da zu spielen. Aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid. Das ist mein Traumverein, aber das bleibt unter uns.“ Als Kind hatte Karl mal ein Probetraining bei Spaniens Topclub absolviert.
Am Tag nach seinem offenherzigen Bekenntnis sei Karl gleich zu den Münchner Bossen gekommen, wie Eberl und auch Sportdirektor Christoph Freund in Salzburg berichteten. „Er hat gesagt: "Ich glaube, ich habe da etwas nicht so ganz Gutes gesagt, was man fehlinterpretieren kann"“, schilderte Eberl. Karl habe sich entschuldigt und die Real-Aussage „überhaupt nicht so gemeint“, berichtete Freund.
Intern sei das Thema erledigt, versicherte Eberl: „Lennart zeigt seine Leistung auf dem Platz. Er fühlt sich sauwohl beim FC Bayern. Er weiß, was er hier hat. Das hat er uns noch mal unterstrichen. Und das ist das, was zählt.“

Sven Hoppe/dpa
Gut gemacht, Junge: Konrad Laimer (l) klatscht mit Lennart Karl nach dessen Treffer zum 2:0 für den FC Bayern ab.
Ob er einen Traumverein außer dem FC Bayern habe? „Natürlich ist Bayern ein sehr großer Verein. Es ist ein Traum, da zu spielen. Aber irgendwann will ich auf jeden Fall mal zu Real Madrid. Das ist mein Traumverein, aber das bleibt unter uns“, hatte Karl mit einem Lächeln gesagt.
Die Ehrlichkeit war im Profi-Business womöglich naiv. Aber sie war nur so unbeschwert, wie Karl Fußball spielt. Bei einigen Bayern-Fans kam sie gar nicht gut an. Und auch die Münchner Bosse vernahmen sie zumindest erstaunt. Max Eberl war trotzdem bemüht, nach dem „standesgemäßen“ Testspielerfolg das Thema im Untergeschoss des Salzburger Stadions verbal einzufangen.
Er sei „völlig entspannt“, sagte der Sportvorstand. Und berichtete, dass Karl gleich am Tag danach „zu uns kam und uns gesagt hat: "Ich glaube, ich habe da was nicht so ganz Gutes gesagt, was man fehlinterpretieren kann".“
Die Sache sei damit vom Tisch. „Er zeigt seine Leistung auf dem Platz. Er fühlt sich sauwohl beim FC Bayern. Er weiß, was er hier hat. Das hat er uns nochmal unterstrichen. Und das ist das, was zählt“, erklärte Eberl.
Vor einem halben Jahr hätte keiner großartig wahrgenommen, wenn Bayern-Bubi Karl seinen Real-Traum ausplaudert. Inzwischen ist das anders. Das haben ihm die Bayern-Bosse verdeutlicht. „Ich glaube, ein 17-Jähriger darf auch mal einen Fehler machen und in seiner Euphorie etwas sagen, wo er hinterher sagt, "okay, das hätte ich anders machen können"“, äußerte Eberl geradezu väterlich.
„Auf dem Platz ist er verdammt gut. Und das Drumherum? Das wird er lernen“, sagte Eberl: „Er ist eben nicht mehr der Lenny, der 17-Jährige, den niemand kennt. Sondern er ist Lennart Karl, wo jetzt ganz Deutschland weiß, was er kann und was er ist.“ Es wird inzwischen anders hinhört, wenn Karl etwas sagt.
„Er hat einfach - wie ein 17-Jähriger - frei von der Leber gesprochen“, erklärte Eberl. Real Madrid sei aber „überhaupt kein Thema“ für den Youngster, betonte der Sportvorstand. Sondern nur Bayern München. „Er ist so dankbar.“
Karl soll sich in München zu einem Bayern-Gesicht der Zukunft entwickeln. Wenn der Junge aus Unterfranken am 22. Februar volljährig wird, soll sein aktueller Kontrakt in einen Profivertrag umgewandelt werden. Mit einer neuen Laufzeit bis 2029.
Bayern-Trainer Vincent Kompany gibt Karl mit Einsatzzeiten die Chance, ein Star zu werden. Und Karl bringt dafür alles mit, was im Profi-Business benötigt wird: Spielfreude, Spielwitz, Torgefahr, einen überragenden linken Fuß und viel Selbstvertrauen. Dazu kommt die Gabe, offenbar keinen Druck zu verspüren.
Ob Julian Nagelsmann beim Salzburg-Test zugeschaut hat? Wenn ja, konnte der Bundestrainer einen Lennart Karl begutachten, der vor dem prallen Programm der Bayern mit sieben Pflichtspielen bis Ende Januar gleich wieder viel Spaß machte. Der 1,68-Meter-Knirps erzielte sogar ein Kopfballtor. Im März benennt Nagelsmann den ersten Länderspiel-Kader im WM-Jahr. Dann könnte Karl erstmals dabei sein, wenn er auf dem Platz weitermacht wie zum Start 2026.









