Atommüll
Castor-Transport: Mahnwachen in Landshut und Regensburg

Sina Schuldt/dpa
Auf einem Spezialschiff sind die Castor-Behälter am Dienstag in Deutschland angekommen.

Sieben Castor-Behälter mit deutschem Atommüll sind derzeit auf dem Weg ins Zwischenlager Niederaichbach (Kreis Landshut). Die radioaktiven Abfälle werden aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield in die Bundesrepublik zurückgebracht. Aus diesem Grund gibt es an diesem Mittwoch zwei Mahnwachen in Niederbayern und der Oberpfalz.
Wenig Resonanz auf Mahnwache in Landshut
Eine der Mahnwachen fand um 14 Uhr vor dem Landshuter Rathaus statt. Doch viel war nicht los: Als Protest gegen den Castortransport in das nahegelegene Zwischenlager fanden sich gerade einmal 14 Demonstranten in der Altstadt ein. Es schien, als träfe die Frage nach der sicheren Lagerung von radioaktiven Stoffen aus Kernkraftwerken nicht den Nerv der Zeit, wo eher über die Wiederinbetriebnahme oder gar den Neubau von Atommeilern gesprochen wird. Vor allem junge Leute suchte man bei der Mahnwache vergebens. Vorbeigehende Schülergruppen musterten die Schilder der Teilnehmer nur kurz.
Diesen Eindruck teilte auch Kathy Mühlebach-Sturm, Vorsitzende der Landshuer Kreisgruppe des Bund Naturschutz. „Wenn man sich umschaut, wir sind mehr oder weniger alles Rentner. Dabei kämpfen wir hier eigentlich für die Jüngeren und ihre Zukunft. Es sind vor allem viele junge Leute, die von dem Thema keine Ahnung mehr haben.“
Louis Herrmann vom Bürgerforum gegen Atomkraftwerke pflichtete ihr bei: „Viele denken, dass die Sache gelaufen ist, seit die Atomkraftwerke ausgeschaltet sind.“ Im Vergleich zu einem Kühlturm, der dampft, wirke eine Zwischenlagerhalle unscheinbar. Dabei sei hier die Gefahr ebenso groß. Steigende Kriegs- und Terrorgefahr stimme ihn besorgt. Mit Blick auf das rund hundert Castoren fassende Zwischenlager sagte er: „Ich habe wirklich Angst.“
Mühlebach-Sturm zeigte sich vor allem skeptisch, wie lange die Castoren selbst sicher sind: „Es gibt keine Tests, wie sich das Material verhält. Man müsste in die ältesten Castoren schauen. Ob das Metall reagiert, ob es ermüdet und irgendwann brechen kann“, mahnt die Chemikerin.
Eine weitere Mahnwache hat Greenpeace Regensburg von 18 bis 19 Uhr angekündigt. Veranstaltungsort laut Greenpeace: am Hauptbahnhof Regensburg.
Mit dem Rücktransport werde deutlich, dass die Endlagerung nach wie vor ungelöst ist und Bayern den Ausbau von erneuerbaren Energien dringend vorantreiben sollte, teilte Greenpeace Regensburg mit. Die Aktion richte sich nicht gegen die verbindliche Rücknahme, sondern gegen jeglichen Betrieb von Atomkraftwerken.









