Elektro- statt Dieselloks

Ausbau der Franken-Sachsen-Magistrale kommt nicht voran

Nordbayern wartet auf die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale. (Archivbild)

Nordbayern wartet auf die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale. (Archivbild)

Von dpa

Die Planungen für die Modernisierung der Zugverbindung zwischen Nürnberg und Sachsen kommen nicht in die Gänge. Das Deutsche-Bahn-Unternehmen DB InfraGO ist noch nicht mit der Weiterplanung für die Elektrifizierung des Streckenabschnitts von Nürnberg nach Schnabelwaid (Landkreis Bayreuth) beauftragt. Einen konkreten Termin hierfür gibt es auch nicht. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums an die Bundestagsabgeordnete Paula Piechotta (Grüne) hervor.

Auch bei der DB hieß es: Es liege aktuell kein Auftrag des Bundes zur Neuaufnahme der Planung der Franken-Sachsen-Magistrale vor.

Dabei hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags im vergangenen November den Weg frei gemacht, um die Elektrifizierung des Teilabschnitts zu planen. 100 Millionen Euro waren demnach im Bedarfsplan Schiene für 2026 dafür vorgesehen.

Sächsische und bayerische Abgeordnete von CSU, CDU, SPD und Grünen hätten diese Mittel gemeinsam im Bundestag erkämpft, teilte Piechotta mit. „Dass Verkehrs- und Finanzministerium jetzt gegen die Beschlüsse der Abgeordneten wieder das Projekt torpedieren und verzögern, ist ein Schlag ins Gesicht der Kommunen, der Fahrgäste und Güterbahnen vor Ort.“ Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) überschritten damit ihre Kompetenz, denn das Haushaltsrecht liege beim Parlament, betonte Piechotta.

Die Elektrifizierung der Magistrale von Nordbayern nach Sachsen beschäftigt Politik, Wirtschaft und die Zugreisenden der Region schon seit Jahrzehnten. In seltener Einmütigkeit kämpfen Politikerinnen und Politiker über Parteigrenzen hinweg für die Modernisierung.

Denn hier sind immer noch Dieselloks unterwegs, was die Strecke auch für den Güterverkehr unattraktiv macht. Eine elektrifizierte Strecke wäre dagegen auch für moderne Güterloks nutzbar. Auch der grenzüberschreitende Schienenverkehr mit Tschechien würde profitieren. Immer wieder fordert die Regierung in Prag mehr Tempo beim Ausbau der Verkehrsadern in der Grenzregion.

Neue Brisanz bekam das Thema im vergangenen September - denn seitdem ist die Strecke zwischen Pegnitz (Landkreis Bayreuth) und Hersbruck im Nürnberger Land gesperrt. 18 Eisenbahnbrücken über den Fluss Pegnitz sind baufällig und müssen dringend instand gesetzt werden. Die Streckensperrung dauert an, was vor allem viele Pendler trifft, die Richtung Nürnberg unterwegs sind.

Die Franken-Sachsen-Magistrale umfasst den Verkehrsbereich zwischen Nürnberg und Dresden sowie via Marktredwitz Richtung Tschechien. Von Dresden bis Hof ist die Trasse schon elektrifiziert, es fehlt noch der Abschnitt nach Nürnberg.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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