Eltern in Sorge

171 Kinder im Freistaat vermisst

Wenn ein Kind vermisst wird, nimmt die Polizei das niemals auf die leichte Schulter. (Illustration)

Wenn ein Kind vermisst wird, nimmt die Polizei das niemals auf die leichte Schulter. (Illustration)

Von dpa

171 Kinder unter 14 Jahren gelten im Freistaat derzeit als vermisst. „Ein Großteil der Kinder kommt glücklicherweise bereits nach wenigen Tagen wieder wohlbehalten nach Hause zurück“, teilte das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) in München mit. Anlass ist der am Montag anstehende Tag der vermissten Kinder.

Auch wenn die meisten vermissten Kinder nur von Zuhause ausgerissen sind: Den Ermittlern zufolge sollte man immer sofort reagieren, wenn unklar ist, wo ein Kind oder Jugendlicher ist.

Denn die Polizei geht zunächst immer davon aus, dass eine Gefahr für Leib und Leben besteht, wenn Kinder oder Jugendliche ihr gewohntes Umfeld verlassen haben und ihr Aufenthaltsort unbekannt ist. Diese Annahme wird erst widerrufen, wenn die Ermittlungen etwas anderes ergeben. Bei Erwachsenen ist das anders: Sie dürfen ihren Aufenthaltsort prinzipiell frei bestimmen.

Bei der Mehrheit der vermissten Kinder stellt sich heraus, dass sie von Zuhause ausgerissen sind. Zum Stichtag 18. Mai zählten 126 der 171 vermissten Unter-14-Jährigen zu denjenigen, die oftmals wiederholt weglaufen und wieder zurückkommen.

40 weitere Kinder wurden ihren Eltern oder ihrem Vormund entzogen. Dies ist häufig bei Trennungen der Fall: Wenn beide Eltern das Sorgerecht haben, der eine dem anderen das Kind aber vorenthält und dieser dann Anzeige erstattet, geht der Fall zwar in die Statistik ein - doch die Beamtinnen und Beamten wissen, wo sich das Kind befindet.

Fünf der aktuell vermissten Kinder sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Bei ihnen gibt es laut LKA aber hinreichende Erkenntnisse, dass Bayern nur eine Zwischenstation war und sie inzwischen weitergereist sind.

Insgesamt wurden im Jahr 2025 im Freistaat 1.044 vermisste Kinder gezählt, 970 Fälle wurden aufgeklärt. Im Vorjahr waren es 1.069 Fälle, 979 galten zum Jahresende als gelöst. Die Differenz erklärt sich wiederum ganz überwiegend durch Ausreißer, die über den Jahreswechsel hinweg ausbüxten.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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