Dax-Konzern vor Übernahme
Ringen um Commerzbank: Boris Rhein trifft Unicredit-Chef

Michael Kappeler/dpa
Boris Rhein (CDU), Ministerpräsident von Hessen, pocht auf den Verbleib der Commerzbank in Frankfurt. (Archivbild)
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat Unicredit-Chef Andrea Orcel getroffen und ihm angesichts der geplanten Commerzbank-Übernahme eine Reihe von Forderungen dargelegt. Ein Sprecher der italienischen Großbank, die sich Zugriff auf fast 50 Prozent der Commerzbank-Anteile gesichert hat, bestätigte den Austausch und sprach von „konstruktiven Gesprächen“: „Wir haben in den letzten Wochen sehr deutlich gemacht, dass wir den direkten Austausch mit der Regierung suchen. Wir schätzen daher den direkten Austausch mit Ministerpräsident Rhein sehr.“
Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, fordert die hessische Landesregierung, dass der rechtliche Sitz und der Vorstand der Commerzbank in Frankfurt bleiben und die Bank als Aktiengesellschaft deutschen Rechts bestehen soll. Wichtige Funktionen für das Bankgeschäft müssten in Frankfurt bleiben, und es dürfe keine Übertragung des Firmenkundengeschäfts an die Hypovereinsbank (HVB) geben. Zudem habe Rhein die Bedeutung der Commerzbank und ihrer Jobs für den Finanzstandort Frankfurt betont.
Treffen vor Gespräch zwischen Klingbeil und Orcel
In das Übernahmeringen um die Commerzbank kommt damit zunehmend Bewegung auch auf politischer Ebene. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat Orcel für den 14. September zu einem Gespräch nach Berlin eingeladen. Der Bund hat mit seinem Anteil von gut zwölf Prozent an der Commerzbank - eine Folge der staatlichen Rettung des Instituts in der Finanzkrise - ein Wort bei dem Übernahmeringen mitzureden.
Orcel sieht bei einer Übernahme der Commerzbank Potenzial für Milliardeneinsparungen inklusive des Abbaus Tausender Stellen. Er will zudem das Auslandsnetz der Commerzbank beschneiden. Bei der Commerzbank herrschen Sorgen vor einem Kahlschlag. Zudem gibt es in Frankfurt Befürchtungen, dass die Commerzbank perspektivisch mit der HVB verschmolzen werden könnte und dann auch München als Hauptsitz in Frage käme.









