Waffenfirma

Rheinmetall-Aktienkurs hat sich in Dreivierteljahr halbiert

Blick auf den Rheinmetall-Messestand bei der Eurosatory - es waren nicht nur Panzer und andere Militärfahrzeuge zu sehen, sondern auch ein kleines Schiff, und zwar ein Drohnenboot.

Blick auf den Rheinmetall-Messestand bei der Eurosatory - es waren nicht nur Panzer und andere Militärfahrzeuge zu sehen, sondern auch ein kleines Schiff, und zwar ein Drohnenboot.

Von dpa

Nachdem sich die Hoffnungen auf einen Fregatten-Großauftrag zerschlagen haben, geht es für den einstigen Börsen-Überflieger Rheinmetall bergab. Noch im Herbst war ein Anteilsschein der Düsseldorfer Waffenschmiede gut 2000 Euro wert gewesen und damit circa 20 Mal so viel wie vor Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2020. Danach aber ging es schrittweise nach unten - manch Finanzanalyst fragte sich, ob sich der Rüstungskonzern mit seinen prallvollen Auftragsbüchern in diversen Bereichen nicht übernommen hat. Nun drückte eine Nachricht aus dem hinzugekauften Schiffsbereich die Aktie weiter nach unten.

Wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte, verfolgt es den Bau von sechs Fregatten nicht weiter. Diesen Auftrag hielt das niederländische Unternehmen Damen, doch in dem Vorhaben war der Wurm drin. Rheinmetall brachte sich für das Projekt ins Spiel, geht nun aber leer aus.

Stattdessen will die Bundesregierung andere Fregatten beim U-Boot-Bauer TKMS beschaffen. Während der TKMS-Aktienkurs anzog, büßte Rheinmetall allein am Mittwoch zeitweise um etwa 20 Prozent ein. Noch Anfang Oktober war der Kurs auf 2008 Euro geklettert, inzwischen sind es nur noch circa 950 Euro.

Rheinmetall stellt Panzer, Artillerie, Flugabwehr-Geschütze, Munition, Militär-Lastwagen und andere Rüstungsgüter her. Außerdem setzt die Firma immer stärker auf Drohnen, die Kampfverbände unterstützen sollen. Neu eingestiegen ist der Rüstungskonzern in das Geschäft mit Weltraum-Satelliten, um möglichst präzise Bilder von feindlichen Truppenverbänden und Militäranlagen zu liefern.

Anfang März schluckte Rheinmetall zudem die Lürssen-Marinesparte, seither ist die Firma auch Schiffsbauer. Bei der Pariser Waffenmesse Eurosatory stellte Rheinmetall kürzlich erstmals ein Schiff aus, und zwar ein 8,50 Meter langes Drohnenboot seiner neuen Marinetochter.

Zwar ging es an der Börse nach unten, doch Finanzanalysten sehen viel Luft nach oben beim Rheinmetall-Aktienkurs. So sieht das Bankhaus Metzler bei Rheinmetall ein Kursziel von 2180 Euro - das wäre mehr als doppelt so viel wie derzeit und höher als ein Anteilsschein jemals wert gewesen ist. Die Verwaltungszentrale von Rheinmetall ist in Düsseldorf, das größte Werk ist im niedersächsischen Unterlüß.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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