Logistik in Golfländern

Golfstaaten treiben gemeinsames Schienennetz voran

Saudi-Arabien baut sein Zugnetz schon länger aus. (Archivbild)

Saudi-Arabien baut sein Zugnetz schon länger aus. (Archivbild)

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Von dpa

Die Golfstaaten arbeiten weiter an einem gemeinsamen Schienennetz entlang der Küste zum Persischen Golf. Bahrains Kronprinz Salman bin Hamad empfing Vertreter der Staaten, die in Manama ein Abkommen zu dem Projekt unterzeichneten, wie die Staatsagentur BNO berichtete. Bahrains Transportminister bezeichnete die Pläne örtlichen Medien zufolge als „Investition in die Zukunft der Golfregion und der nächsten Generationen“. Das Netz soll bis zum Jahr 2030 fertiggestellt werden.

Die Schienenverbindung soll aus Kuwait im Norden über Saudi-Arabien, Bahrain, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate bis in den Oman führen, der im Südosten der Arabischen Halbinsel liegt. Über mehr als 2.100 Kilometer sollen Passagiere und Güter mit Zügen ans Ziel gebracht werden. Die Kosten wurden in vergangenen Jahren auf rund 250 Milliarden US-Dollar geschätzt. Am stärksten haben bisher Saudi-Arabien und die Emirate in eigene Schienennetze investiert.

Aufbau schon 2009 vereinbart

Diskussionen über ein gemeinsames Netz gibt es schon seit den 1980er Jahren. Auf dessen Ausbau einigten sich die sechs Golfstaaten 2009, die Umsetzung kam dann aber unterschiedlich schnell voran. Wegen der deutlich gefallenen Ölpreise in den 2010er Jahren mussten die Golfmonarchien, die stark von den Ölexporten abhängig sind, große Infrastrukturprojekte überdenken. Dazu kam eine Krise ab 2017, bei der mehrere Länder unter Führung Saudi-Arabiens eine Blockade gegen den kleinen Staat Katar verhängten. Das Ziel, das gemeinsame Netz 2018 in Betrieb zu nehmen, wurde verfehlt.

Mit Beginn des Iran-Kriegs im vergangenen Februar und der faktischen Blockade der Straße von Hormus hat das Projekt neue Dringlichkeit bekommen. Denn über den Seeweg exportieren die Länder unter anderem Öl und Flüssiggas, importieren so aber auch Waren und Güter, darunter Lebensmittel. Wegen der hohen wirtschaftlichen Verluste im Zuge des Kriegs gibt es dennoch Zweifel, ob die Länder noch die nötigen Mittel für den Bau aufbringen können.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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