Europas Wirtschaft unter Druck

EU droht Handelsdefizit-Rekord mit China

Wenn sich die Entwicklung fortsetzt, könnten wir den bisherigen Rekord übertreffen, sagt EU-Handelskommissar Maroc Sefcovic. (Archivbild)

Wenn sich die Entwicklung fortsetzt, könnten wir den bisherigen Rekord übertreffen, sagt EU-Handelskommissar Maroc Sefcovic. (Archivbild)

Wahl-O-Mat
Von dpa

Der EU droht im Warenhandel mit China ein neues Rekorddefizit. Wie Handelskommissar Maros Sefcovic nach einem EU-Ministertreffen in Dublin sagte, könnte bei einer Fortsetzung der aktuellen Entwicklungen am Ende des laufenden Jahres ein größeres Minus stehen als vor vier Jahren. „Unser Handelsdefizit mit China hat in der ersten Hälfte dieses Jahres fast 197 Milliarden Euro erreicht“, sagte Sefcovic. „Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, könnten wir den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 von 397 Milliarden Euro übertreffen.“

Um zu ausgeglicheneren Handelsbeziehungen zu kommen, wird die EU-Kommission nach Angaben von Sefcovic in den kommenden Wochen Aufforderungen der Staats- und Regierungschefs nachkommen und neue Instrumente gegen Ungleichgewichte entwickeln. Gleichzeitig sollen vorhandene EU-Instrumente genutzt und der Dialog fortgesetzt werden.

EU plant weiteres Treffen

„Mein Team wird im kommenden Monat erneut mit unseren chinesischen Gesprächspartnern zusammentreffen“, erklärte Sefcovic. Im Dezember werde man zudem Vorschläge für neue handelspolitische Schutzinstrumente vorlegen.

Als einen ersten Schritt in die richtige Richtung sieht die EU, dass China jüngst eine Drosselung chinesischer Exporte von Hybridautos nach Europa akzeptierte. Ziel es nach Angaben von Sefcovic, dass Chinas Lieferungen in den kommenden vier Jahren auf weniger als die Hälfte der bisher erwarteten Menge sinken.

Das große Handelsdefizit ist aus EU-Sicht vor allem deswegen nicht tragbar, weil es nach Analysen von Wirtschaftsexperten auch auf übermäßige und flächendeckende Subventionen, Währungsmanipulationen und Wettbewerbsnachteile heimischer Unternehmen in China zurückzuführen ist. Wenn günstige Importe aus China die heimische Produktion zunehmend verdrängen, können Arbeitsplätze und ganze Industriezweige unter Druck geraten.

Handelsbeziehungen mit USA weitgehend stabilisiert

Deutlich positiver beschrieb Sefcovic bei dem von der irischen EU-Ratspräsidentschaft organisierten Ministertreffen die jüngsten Entwicklungen der Handelsbeziehungen zu den USA. Er teile die Einschätzung der Minister, wonach sich die Beziehungen und der Handel weitgehend stabilisiert hätten und der im vergangenen Jahr in Turnberry vereinbarte Handelsdeal funktioniere. „Im Jahr 2025 stiegen die EU-Exporte in die USA um 3,5 Prozent auf 555 Milliarden Euro. In vergangenen Monaten lagen sie zudem über dem monatlichen Durchschnitt des Jahres 2024“, erklärte Sefcovic. Die EU setze die gemeinsame Erklärung der EU und der USA um - insbesondere im Hinblick auf Zollsenkungen, Energieeinkäufe und Investitionen. Teilweise gehe dies sogar über die vereinbarten Zielvorgaben hinaus.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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