Schieneninfrastruktur

Bahn: Ab 2029 soll Pünktlichkeit wieder besser werden

Der Chef der DB InfraGo, Philipp Nagl, hofft auf mehr Pünktlichkeit nach der Sanierung besonders heikler Strecken ab 2029. (Archivbild)

Der Chef der DB InfraGo, Philipp Nagl, hofft auf mehr Pünktlichkeit nach der Sanierung besonders heikler Strecken ab 2029. (Archivbild)

Wahl-O-Mat
Von dpa

Trotz umfangreicher Streckensanierungen auf dem Schienennetz werden die Fernzüge in Deutschland immer unpünktlicher - der Chef der Infrastrukturtochter DB InfraGo, Philipp Nagl, nennt nun einen Zeitplan, bis wann es besser werden soll. „Die Strahlwirkung wird man spüren, wenn
wir mit den ganz heiklen Sanierungen fertig sind“, sagte Nagl der „Zeit“.

Dazu gehöre die noch bis Ende des kommenden Jahres laufende Modernisierung der Strecke Hannover-Berlin. Im Jahr 2029 stehe noch Hamburg-Hannover an. „Dann sind die großen Strecken erledigt. Und dann
werden auch überall in Deutschland die Züge wieder pünktlicher kommen“, betonte Nagl.

Altes Schienennetz soll ertüchtigt werden

Mit den sogenannten Generalsanierungen soll das überalterte Schienennetz langfristig wieder ertüchtigt werden. Dutzende Strecken sind davon betroffen. Das Projekt wurde nach Verzögerungen und anhaltenden Problemen bereits öfter überarbeitet. Noch der frühere Bahnchef Richard Lutz hatte zum Start der ersten Sanierung im Jahr 2024 betont, dass sich die Pünktlichkeit mit jedem sanierten Korridor immer weiter verbessern soll.

Passiert ist seither das Gegenteil. Die Pünktlichkeit im Fernverkehr ist von 64 Prozent im Jahr 2023 auf rund 60 Prozent im vergangenen Jahr gesunken. 2026 dürfte die Quote noch schlechter werden. Die Bahnstrategie des Bundesverkehrsministeriums sieht bis Ende 2029 eine Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr von mindestens 70 Prozent vor. Davon ist der bundeseigene Konzern weit entfernt.

Hauptgrund: Kaputte Anlagen

Hauptursache für die weiterhin vielen Verspätungen sind laut Nagl veraltete technische Anlagen. Weichen, Oberleitungen und Stellwerke gingen derzeit schneller kaputt als sie repariert werden könnten. „Die Zahl der Verspätungsfälle, die mit gestörten Infrastrukturanlagen zusammenhängen, ist 2026 um 40 Prozent gestiegen“, sagte der InfraGo-Chef der „Zeit“. „Das liegt an den vielen sanierungsbedürftigen Anlagen, die dieses Jahr im sehr kalten Winter und sehr heißen Sommer besonders strapaziert wurden. Extreme Temperaturen beschädigen die Infrastruktur und verhindern schnelle Reparaturen.“

Ein weiterer Grund sei die hohe Auslastung auf den Strecken. Die Strecke Hamburg-Berlin etwa sei einst für einen Fernzug pro Richtung und Stunde konzipiert worden. Inzwischen fahre allein die Bahn dort im 30-Minuten-Takt. Hinzu kämen die Züge des Wettbewerbers Flix und möglicherweise weitere des italienischen Unternehmens Italo. „Für diese Auslastung ist
die Strecke nie gebaut worden“, betonte Nagl.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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