Schwimm-EM
Versöhnung mit Paris: Wellbrocks „mentale Meisterleistung“
Florian Wellbrock hat bei den Europameisterschaften die Goldmedaille im Freiwasserschwimmen gewonnen. Der 28-Jährige setzte sich in Paris vor dem favorisierten Ungarn David Bethlehem und seinem Teamkollegen Oliver Klemet durch. Es ist Wellbrocks erster EM-Titel im Freiwasser. Klemet war bei den Olympischen Spielen vor zwei Jahren in Paris Zweiter geworden.
Wellbrock war als vierfacher Weltmeister gestartet. Weil er in dieser Saison gleich mehrfach krankheitsbedingt ausgefallen war, hatte der gebürtige Bremer seine EM-Ziele aber sehr defensiv formuliert. „Ich möchte auf jeden Fall in die Top Ten schwimmen“, sagte Wellbrock vor dem Rennen in der Seine. In dem Fluss hatte er die Podestplätze bei Olympia deutlich verpasst.
Bei den Sommerspielen 2024 hatte die Wasserqualität großen Wirbel ausgelöst. So berichtete die deutsche Schwimmerin Leonie Beck nach ihrem Rennen über Erbrechen. Andere Athletinnen und Athleten hatten ebenfalls gesundheitliche Probleme. Diesmal sorgten die Wasserwerte vor dem Wettkampf nicht für Sorgen. Auch die neue Wettkampfstrecke nah am Eiffelturm gefiel Bundestrainer Bernd Berkhahn. „Es ist fast idyllisch“, stellte er fest.
Im Rennen ging es weniger idyllisch zu. Von Beginn an entwickelte sich ein enger Wettkampf mit viel Körpereinsatz. Wellbrock versuchte, sich den Zweikämpfen bestmöglich zu entziehen und setzte sich früh an die Spitze. Erst in der Schlussphase hatte er einen kleinen Schwächemoment. Bethlehem schien sich entscheidend absetzen zu können, doch Wellbrock fing sich und sicherte sich mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt den verdienten und sicheren Sieg.









