Nach nur einem Jahr
Überraschung bei Jahn Regensburg: Hein legt Amt plötzlich nieder

Köglmeier/SSV Jahn
Oliver Hein (l.), der das Amt erst vor einem Jahr übernommen hatte, ist nicht länger Vorstandsvorsitzer des SSV Jahn. Philipp Hausner (r.) verlängert derweil seinen Vertrag als Geschäftsführer.

Der SSV Jahn Regensburg steht vor einer personellen Veränderung an der Vereinsspitze: Oliver Hein ist ab sofort nicht mehr Vorstandsvorsitzender. Der 36-Jährige hat rund um den Jahreswechsel den Aufsichtsrat über seine Rückzugspläne „aus persönlichen Gründen“ informiert. Bei einer Sitzung am Montagabend sei das Gremium dem Wunsch nachgekommen, wie der Verein am Dienstag mitteilte.
Der Schritt erfolge in bestem gegenseitigem Einvernehmen und nach vertrauensvollen Gesprächen. Hein betont: „Die Entscheidung, mein Amt als Vorstandsvorsitzender niederzulegen, ist mir sehr schwergefallen, weil der SSV Jahn Regensburg mein Herzensverein ist und immer bleiben wird. Es war ein Prozess im Laufe des vergangenen Quartals, in dem diese Entscheidung gereift ist, und sie ist das Ergebnis eines längeren, sehr bewussten Abwägungsprozesses.“
„Es war für mich eine große Ehre“
Die Entscheidung beruhe „auf rein persönlichen Beweggründen“, wie der gebürtige Straubinger ausführt. „In meiner aktuellen Lebensphase ist es mir nicht möglich, diese Aufgabe mit der ungeteilten Energie und der zeitlichen Präsenz auszufüllen, die sie erfordert. Aufgrund meines Amtes als Vorstandsvorsitzender mussten sowohl der Aufbau meiner Selbstständigkeit als Osteopath als auch meine Familie im vergangenen Jahr häufig zurückstehen. Mir war und ist wichtig, den SSV Jahn als voll handlungsfähigen und funktionierenden Verein zu hinterlassen. Gemeinsam haben wir in den vergangenen Monaten wichtige Weichen gestellt. Mit Philipp Hausner als Geschäftsführer und Dr. Alexander Schmalhofer als Sportdirektor bin ich überzeugt, dass der Verein auf einem stabilen Fundament ins Fußballjahr 2026 startet. Es war für mich eine große Ehre, dieses Amt auszuüben.“
Dr. Andreas Gietl, Aufsichtsratsvorsitzender des SSV Jahn Regensburg e.V., bringt sein Bedauern über die Entscheidung zum Ausdruck und betont: „Wir respektieren die persönlichen Beweggründe und haben vollstes Verständnis für diesen Schritt. Oli hat sich im Laufe des Jahres an mich gewandt und wissen lassen, dass sich entgegen der ursprünglichen Vorstellungen die Vereinbarkeit von Vorstandsamt, Familie und Praxisgründung zunehmend als schwierig herausstellt. Er hat seine Bedenken dann im Sinne des Vereins beiseitegeschoben und das Amt weiter verantwortungsvoll ausgeübt. Mit großem Einsatz hat Oli die Themen des Tagesgeschäfts vorangetrieben, mit der Verpflichtung von Dr. Alexander Schmalhofer eine neue Sportliche Leitung installiert und seine Führungsrolle voll ausgefüllt.“ Der Aufsichtsrat sei „sehr dankbar, wie Oli dieses Ehrenamt, für das er keinerlei Vergütung erhalten hat, ein Jahr lang mit vollem Einsatz und in teilweise unruhigen Zeiten“ ausgeübt hat.
Übergangsvorstand gebildet
Die beiden verbleibenden Vorstandsmitglieder Philipp Hausner und Thomas Ebeling fungieren ab sofort als Übergangsvorstand. Abseits der Veränderungen im Vorstand setzen die Oberpfälzer auch ein Zeichen der Beständigkeit: Hausner, der seit Oktober als alleiniger Geschäftsführer fungiert, bleibt dem Jahn erhalten, hat seinen im Sommer 2026 auslaufenden Vertrag vorzeitig verlängert. Die Vertragsverlängerung wurde federführend von Hein in seiner bisherigen Funktion vorangetrieben. Es dürfte die letzte Amtshandlung als Vorstandsvorsitzender des früheren Jahn-Spielers gewesen sein, der am Dienstag für ein persönliches Gespräch mit unserer Redaktion nicht zur Verfügung stand.
Hein spricht in diesem Zusammenhang von einem „zentralen Baustein für die Weiterentwicklung in den kommenden Jahren“. Hausner mache es sich zum Ziel, „den SSV Jahn als sportliches und gesellschaftliches Aushängeschild Ostbayerns weiter zu profilieren“.
Sportlich sind die Regensburger - derzeit auf Platz 13 in der 3. Liga - nach der kurzen Winterpause bereits am Freitagabend (19 Uhr) gegen den FC Ingolstadt wieder gefordert. (red)











