Eishockey
Trotz DEB-Sieg gegen Österreich: Viertelfinal-Chancen sinken

Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa
Die Eishockey-Nationalmannschaft freut sich über den zweiten Erfolg bei der Eishockey-WM.
Rivale Österreich bezwungen, Dreierpack von NHL-Profi Lukas Reichel, aber das Viertelfinale bei der Eishockey-WM in der Schweiz wird immer unwahrscheinlicher: Die deutsche Nationalmannschaft steht vor der dritten Turnier-Enttäuschung in Serie. Das 6:2 (0:0, 2:1, 4:1) gegen Österreich sorgte zwar für den zweiten Erfolg in Zürich. Da Lettland zuvor den strauchelnden Weltmeister USA mit 4:2 besiegte, sind die Chancen auf die K.o.-Runde gesunken. „Wir haben das Ergebnis vor dem Spiel gesehen. Wir haben das aber ausgeblendet. Was wir jetzt nur kontrollieren können, ist das nächste Spiel“, erklärte Reichel.
Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes benötigt viel Schützenhilfe und einen Sieg gegen Großbritannien am Montag (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaSport).
Ernüchterung gab es lange vor dem ersten Bully. Der lettische Sieg gegen die schwächelnden US-Amerikaner änderte die Ausgangslage deutlich. Die deutsche Mannschaft muss auf Patzer Lettlands gegen die Außenseiter Großbritannien oder Ungarn hoffen. Es gibt zwar rechnerisch weitere Möglichkeiten für ein Weiterkommen, die sind aber äußerst unwahrscheinlich. „Am Anfang des Turniers hatten wir einige Schwierigkeiten“, erklärte Reichel. „Wir können jetzt nicht zurückdenken. Wir müssen nach vorne schauen. Es ist blöd, aber alles was zählt, ist ein Sieg im nächsten Spiel.“
Es droht für den Vize-Weltmeister von 2023 das nächste enttäuschende Turnier. Im vergangenen schied die DEB-Auswahl in Dänemark ebenfalls in der Vorrunde aus. Das schwache 2:6 gegen die Slowakei im Viertelfinale bei Olympia mit sämtlichen NHL-Stars um Leon Draisaitl sorgte für eine große Enttäuschung. Nun steht Deutschlands Eishockey vor dem nächsten Tiefschlag. Euphorie vor der Heim-WM im kommenden Jahr in Düsseldorf und Mannheim kam nicht auf - im Gegenteil.
Auch das erste Drittel gegen Österreich sorgte nicht unbedingt für neue Hoffnungen. Der Gegner besaß die besseren Möglichkeiten und wirkte trotz des 0:9 vor drei Tagen gegen die Schweiz selbstbewusster. Der Weltranglistenelfte hat im Gegensatz zur deutschen Mannschaft die besseren Chancen auf das Viertelfinale. „Es war ein sehr physisches Spiel“, erklärte Kapitän Moritz Seider bei ProSieben. „Wir müssen jetzt die Scheiben mehr auf das Tor bringen.“
Dies beherzigten zunächst jedoch die Österreicher. Leon Wallner (23. Minute) stand am kurzen Pfosten goldrichtig und ließ NHL-Torhüter Philipp Grubauer aus kurzer Distanz keine Abwehrchance. Deutschland reagierte schnell: Lukas Reichel (24.) von den Boston Bruins nutzte nach Vorlage von Joshua Samanski und Frederik Tiffels die Chance zum Ausgleich.
Deutschlands Top-Reihe wirbelte weiter und wurde belohnt. Samanski von den Edmonton Oilers traf nach Zuspiel von Tiffels und Reichel zum 2:1 (34.). „Mit so guten Spielern zusammenzuspielen, macht riesig Spaß“, erklärte Samanski. „Wir müssen jetzt so weiterspielen.“
Nicht mehr mit dabei war dagegen Dominik Kahun. Der Stürmer bekam im zweiten Drittel einen Schläger ins Gesicht und kehrte nicht wieder auf das Eis zurück.
Die DEB-Auswahl zeigte sich auch ohne Kahun weiter in Torlaune. Reichel (46.) mit seinem zweiten Treffer und Manuel Wiederer (49.) von den Eisbären Berlin erhöhten auf 4:1. Nach dem 2:4 durch Österreichs Vinzenz Rohrer (49.) erzielte Reichel seinen dritten Treffer. Alexander Ehl (55.) von Adler Mannheim war für den 6:2-Endstand verantwortlich.










