Endrunde in Bologna
Davis-Cup-Team um Zverev träumt nach Doppel-Drama vom Titel
Jan-Lennard Struff hat bei der Endrunde im Davis Cup eine deutsche Führung im Viertelfinal-Duell mit Argentinien verpasst. Der 35 Jahre alte Warsteiner musste sich im Auftaktmatch Tomás Martín Etcheverry knapp mit 6:7 (3:7), 6:7 (7:9) geschlagen geben.
Damit muss Alexander Zverev sein anschließendes Match gegen Francisco Cerundolo gewinnen, damit das deutsche Team noch eine Chance auf den Halbfinal-Einzug hat. Im Falle eines 1:1 nach beiden Einzeln würde im Best-of-three-Modus das Doppel über das Weiterkommen entscheiden. Deutschland wartet seit 32 Jahren auf einen Triumph im prestigeträchtigen Mannschafts-Wettbewerb.
Struff begann in der zu einem Tennisstadion umfunktionierten Halle 37 auf dem Messegelände BolognaFiere stark und schaffte gleich im ersten Spiel ein Break. Doch Etcheverry kämpfte sich - angefeuert von lautstarken argentinischen Fans - zurück und war in den beiden Tiebreaks nervenstärker. Für Davis-Cup-Vielstarter Struff war es die elfte Niederlage im 27. Einzelmatch bei dem Wettbewerb.
„Unglaublich, wie sie das gewonnen haben“, schwärmte Zverev. „Es gibt nicht so viele Matches wie dieses in einer Karriere“, sagte Pütz. Und Krawietz meinte: „Cool oder nicht cool - am Ende ist es ein bisschen Glück.“ Beide Mannschaften standen in dem Viertelfinal-Krimi insgesamt 6:07 Stunden auf dem Platz.
Im Halbfinale trifft Deutschland am Samstag auf Spanien. Die Iberer setzten sich auch ohne den Weltranglistenersten Carlos Alcaraz, der seinen Start in Bologna aufgrund von Oberschenkelproblemen kurzfristig absagen musste, gegen Tschechien mit 2:1 durch. Man müsse nach diesem Erfolg „ein bisschen Party feiern heute Nacht“, meinte der deutsche Kapitän Michael Kohlmann. Doch dann gelte der Fokus Spanien.
Vor dem Doppel hatte Zverev bei seinem Davis-Cup-Comeback nach knapp drei Jahren Pause für den 1:1-Ausgleich gesorgt und Deutschland die Chance aufs Weiterkommen gegeben. Der Weltranglistendritte siegte mit 6:3, 7:6 (7:3) gegen Francisco Cerundolo. Jan-Lennard Struff (35) hatte zum Auftakt gegen Tomás Martín Etcheverry knapp mit 6:7 (3:7), 6:7 (7:9) verloren.
Zverev zeigte sich in der zu einem Tennisstadion umfunktionierten Halle 37 auf dem Messegelände BolognaFiere zunächst unbeeindruckt vom Druck durch die Auftakt-Niederlage. Der Hamburger, der vor knapp einer Woche mit dem Vorrunden-Aus bei den ATP Finals eine herbe Enttäuschung verkraften musste, präsentierte sich im ersten Satz konzentriert und mit gewohnt starken Aufschlägen.
Im zweiten Durchgang schlichen sich etwas mehr Fehler ins Spiel des Deutschen ein, der beim Stand von 5:5 auch frustriert seinen Schläger auf den Boden warf. Den Tiebreak dominierte aber Zverev. Er sei „extrem glücklich mit dem Sieg“ und habe „volles Vertrauen in unser Doppel“, sagte er.
Struff hatte am Nachmittag stark begonnen und gleich im ersten Spiel ein Break geschafft. Doch Etcheverry kämpfte sich - angefeuert von lautstarken argentinischen Fans - zurück und war in den beiden Tiebreaks nervenstärker. Es sei ein „intensives Match“ gewesen, bei dem „ein, zwei Punkte“ entschieden hätten, meinte Struff.
Auf der zunächst gut gefüllten Tribüne verbreiteten vor allem die argentinischen Fans mit Trommeln und südamerikanischen Gesängen zumindest etwas von der alten Davis-Cup-Atmosphäre. Das sei „toll und cool für die Stimmung“ gewesen, meinte Struff. Auch Kohlmann schwärmte: „Sie haben sieben Stunden lang gesungen.“
Dennoch können viele Spieler wie Zverev mit dem aktuellen Format, das ein Endturnier in einem festen Ort mit Heimspielen nur für den Gastgeber vorsieht, nichts anfangen. Als „Showturnier“ hatte der Hamburger den Davis Cup zuletzt bezeichnet.













