Tour de France

Pogacar mit Klettershow - Lipowitz hat Podium im Blick

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Am französischen Nationalfeiertag ging es für Tadej Pogacar und Co. durch das Zentralmassiv.

Am französischen Nationalfeiertag ging es für Tadej Pogacar und Co. durch das Zentralmassiv.

Von dpa

Tadej Pogacar klopfte sich auf die Brust, dann reckte er den Finger in die Höhe. Der slowenische Weltmeister hat im Zentralmassiv eine weitere Klettershow abgeliefert und die Hoffnungen der Gastgeber auf einen Coup am französischen Nationalfeiertag jäh zunichtegemacht. Pogacar gewann die zehnte Etappe der Tour de France im Alleingang und fährt damit seinem fünften Gesamtsieg unbeirrt entgegen.

Pogacar zeigte auf den 166,6 Kilometern von Aurillac nach Le Lioran wieder seine Extra-Klasse, nach einem explosiven Antritt am vorletzten Anstieg ließ der Ausnahmekönner seine Rivalen stehen. Der 27-Jährige siegte auf der schweren Etappe mit sieben Bergwertungen und rund 3.800 Höhenmetern mit gut einer halben Minute Vorsprung auf Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel und den französischen Jungstar Paul Seixas.

Zu ersten Verfolgergruppe gehörte auch Florian Lipowitz, der sich in starker Form präsentierte und mit 34 Sekunden Rückstand als Vierter das Ziel erreichte. Der Vorjahresdritte konnte zwar dem Tempo von Pogacar ebenfalls nicht folgen, dafür landete er aber am Ende vor dem zweimaligen Tour-Champion Jonas Vingegaard. Lipowitz konnte zwischenzeitlich sogar seinen Co-Kapitän Remco Evenepoel abhängen, der Belgier kämpfte sich aber wieder zurück. Lipowitz ist in der Gesamtwertung nun Sechster.

„Es war ein superhartes Rennen. Das Team hat einen super Job gemacht. Die Beine waren gut nach dem Ruhetag. Wenn Pogacar losfährt, haben wir nicht die Beine, um zu folgen. Pogacar war einfach zu stark“, sagte Lipowitz in der ARD und haderte ein wenig mit dem vierten Platz: „Bei mir hat es nicht ganz mit dem Podium gereicht, aber wir können super happy sein. Wir sind auf gutem Kurs in der zweiten Woche. Die Form passt. Mit Remco und mir schaut es Richtung Podium gut aus.“

Wer soll Pogacar nur stoppen? Am Col de Pertus, einem Berg der ersten Kategorie, attackierte der Tour-Champion 15 Kilometer vor dem Ziel, keiner seiner Rivalen konnte ihm folgen. Kontinuierlich baute er anschließend seinen Vorsprung aus. Für Pogacar war es bereits der dritte Etappensieg bei der Tour 2026 und der insgesamt 24. seiner Karriere. Damit rückt er in der Rekordliste nah an den viertplatzierten André Leducq (Frankreich/25) heran. Die meisten Tour-Etappen hat Ex-Weltmeister Mark Cavendish (Großbritannien/35) gewonnen.

Dabei hatte Vingegaard noch gehofft, Pogacar in Le Lioran erneut schlagen zu können. So wie 2024, als er dem Ausnahmekönner eine der wenigen Niederlagen zufügte. Doch dieses Mal zeigte Pogacar keine Schwächen.

Für Vingegaard dürfte es wohl auch in diesem Jahr nur um Platz zwei hinter dem Slowenen gehen, es wäre das vierte Mal nach 2021, 2024 und 2025. Vor der zehnten Etappe hatte der Giro-Champion in einem bemerkenswerten Interview beim dänischen Sender TV2 über seine Rücktrittsgedanken berichtet. „Ich habe letztes Jahr gesagt: Wenn es so weitergehen soll, dann kann ich das nicht mehr machen. Deshalb haben wir auch einige Dinge geändert. Ich glaube, auch das Team hat erkannt, wie die Lage war. Sie haben mir angemerkt, dass ich im letzten Jahr nicht glücklich war“, sagte der 29-Jährige.

Sein Visma-Team habe akzeptiert, dass Dinge hätten geändert werden müssen, so Vingegaard. „Und genau das haben wir getan.“ Es sei nicht ideal, jedes Jahr das Gleiche zu machen. Der derzeitige Zweitplatzierte bei der Tour sprach auch die großen Entbehrungen an, die der Radsport mit sich bringt.

Bei Temperaturen von erneut über 30 Grad hatte sich zunächst eine größere Gruppe, darunter auch der letztjährige Mont-Ventoux-Sieger Valentin Paret-Peintre, vom Feld abgesetzt. Speziell die Franzosen legten sich natürlich am Nationalfeiertag ins Zeug, aber Pogacar und sein Super-Team ließen nicht mehr als zwei Minuten Vorsprung zu. Viel zu wenig, um bei der Berg- und Talfahrt eine Chance zu haben. Als letzter Ausreißer wurde der Spanier Javier Romo 38 Kilometer vor Schluss geschluckt.

Dann versuchte es Tokio-Olympiasieger Carapaz. Der Mann aus Ecuador fuhr sogar eine Minute Vorsprung heraus, doch beim Angriff von Pogacar schmolzen die Sekunden in der Hitze der Auvergne nur so dahin.

Am Mittwoch dürfen wieder die Sprinter auf eine Massenankunft hoffen. Über 161,3 Kilometer geht es von Vichy nach Nevers fast ausschließlich über flaches Terrain. Lediglich zwei Bergwertungen der vierten Kategorie warten auf die Fahrer.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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