Fußball-Nationalmannschaft

Klopps DFB-Plan mit Kritik und Abschied von Titelträumen

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Jürgen Klopp steht kurz vor einem Engagement als Bundestrainer.

Jürgen Klopp steht kurz vor einem Engagement als Bundestrainer.

Von dpa

Mit einem zotigen Spruch in Richtung von Poplegende Robbie Williams sorgte Jürgen Klopp nach dem spanischen WM-Triumph für Lacher nicht nur bei Thomas Müller und Mats Hummels. „Als ich ihn das letzte Mal getroffen habe, trug er nur Unterwäsche“, sagte der designierte Bundestrainer live bei MagentaTV, als sich der englische Megastar zum launigen Interview in die illustre Expertenrunde nach dem WM-Finale gesellte.

Details zu einem möglicherweise pikanten Treffen blieb Klopp sehr zur Erleichterung von Moderator Johannes B. Kerner schuldig - wie auch eine definitive Bestätigung für den Job als Chefcoach der deutschen Nationalmannschaft, nach dem sich der große Fußball-Fan Williams neugierig erkundigte und die sicher auch Kerner gerne gehört hätte.

Klopp und Müller erlaubten sich auch als WM-Experten manchen Scherz.
Klopp und Müller erlaubten sich auch als WM-Experten manchen Scherz.
Klopp und Müller erlaubten sich auch als WM-Experten manchen Scherz.
Spanien ist für den designierten Bundestrainer Klopp die Benchmark im Welt-Fußball - über den Titelgewinn hinaus.
Spanien ist für den designierten Bundestrainer Klopp die Benchmark im Welt-Fußball - über den Titelgewinn hinaus.
Spanien ist für den designierten Bundestrainer Klopp die Benchmark im Welt-Fußball - über den Titelgewinn hinaus.

„Wir lieben ihn. Er ist der Einzige, der (in England) überhaupt keine Probleme hatte. Wir lieben ihn“, schwärmte Williams über den seit seiner Erfolgszeit beim FC Liverpool in England hochgeschätzten Klopp. Den Unterhosen-Spruch hatte er offenbar gar nicht mitbekommen. „Ich wünsche Dir alles Glück“, sagte der Sänger zum Abschluss seines Besuchs auf der Experten-Plattform von MagentaTV im Mittelrang des Finalstadions.

Von dort hatte Klopp schon die längste Halbzeitshow der WM-Historie mit bestaunt, in Justin Bieber den jungen David Beckham wiedererkannt und in einem Show-Orchester immerhin Kermit den Frosch als Figur entdeckt. Es ging bei diesem großen Finale um mehr als um Fußball.

Was Klopp (noch) nicht verlautete, war die offizielle Bestätigung für die Übernahme des Bundestrainer-Postens als letzte entscheidende Nuance in der großen deutschen Sommer-Personalie. Die fehlt drei Wochen nach dem blamablen Turnier-Aus der DFB-Elf in Amerika und dem folgenden Rücktritt von Julian Nagelsmann noch. Aber der Zeitplan für diese Woche ist für Klopp eigentlich schon gesteckt.

Rückkehr nach Deutschland, Klärung letzter Vertragsdetails mit dem DFB und vermutlich auch mit seinen persönlichen Werbepartnern. Dass sein bisheriges Jobverhältnis als Fußball-Chefstratege bei Red Bull geklärt und somit kein Hindernis für die neue berufliche Herausforderung ist, hatte der 59-Jährige schon kurz vor dem Anpfiff des WM-Endspiels bestätigt.

Nach jetzigem Stand ist für Freitag die Präsentation von Klopp beim DFB geplant, auch wenn der DFB bislang zu allen Fragen nach dem Wasserstand keine inhaltliche Äußerung abgibt. Vorher müssen der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung des Verbandes noch zustimmen. DFB-Präsident Bernd Neuendorf dürfte die Funktionäre bald zur nächsten digitalen Schalte einladen.

Der Job als Experte von MagentaTV ist mit der tränenreichen Niederlage von Lionel Messis Argentiniern für Klopp beendet. Spanien erklärte er angesichts der Dominanz auf Dauer zum Topfavoriten auf alle Titel. Im September und Oktober wird nun sein Wirken erstmals bei Länderspielen analysiert werden, wenn Deutschland in der Nations League zuerst in den Niederlanden und dann binnen weniger Tage noch gegen Serbien und zweimal Griechenland antritt.

Etwas erschrocken habe er festgestellt, dass es nur noch ungefähr „60 Tage“ seien bis zum ersten Spiel, erzählte Klopp. Genau genommen sind es 66. Am 24. September kommt es in Amsterdam zum immer brisanten Kräftemessen mit Oranje.

Hohe Erwartungen darf man an die deutschen WM-Verlierer so schnell nicht mehr haben, machte Klopp in einem großen Rundumschlag mit den Ex-Weltmeistern Müller und Hummels klar. War das noch Analyse oder schon Taktik? Großspurige Titelansagen wie einst von Nagelsmann wird es von ihm jedenfalls so schnell nicht geben.

„Zeit“ müssten die Spieler bekommen, meinte Klopp ganz entgegen der Reflexe des Fußball-Geschäfts. Und: „Wir müssen Erwartungshaltungen kreieren, die man erfüllen kann, wo man auch tendenziell überperformen kann, damit geht es schon mal los“, sagte Klopp.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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