Fußball-Nationalmannschaft
Kein Happy Birthday: Präsident Neuendorf als WM-Aufräumer

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DFB-Präsident Neuendorf steht jetzt im Fokus bei der Bundestrainer-Frage. (Archivbild)
Zu gerne hätte Bernd Neuendorf ein Ständchen zu seinem 65. Geburtstag im The Graylyn Estate bekommen. Das längst geräumte Quartier der Fußball-Nationalmannschaft in North Carolina wirbt schließlich außerhalb der WM-Zeiten als Top-Location für Familienfeste. Auf die DFB-Elf war für den Präsidenten, auch was seine Partypläne angeht, bekanntlich aber mal wieder kein Verlass.
Vor zwei Jahren setzte es am Vorabend seines 63. Geburtstags das bittere 1:2 nach Verlängerung gegen Spanien im Viertelfinale der Heim-EM. Und diesmal, beim Erreichen der einstigen Rentenmarke an diesem Montag, ist alles noch schlimmer. Neuendorf ist nach dem erneuten WM-Scheitern wie 2022 als Krisenmanager gefordert.

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Watzke und Neuendorf bewältigen nicht die erste Krise der Nationalmannchaft gemeinsam. (Archivbild)
Immerhin hat er darin schon Erfahrung. Neuendorf wird sich also erneut auf den Weg nach Amerika machen. Allerdings nicht, um in Winston-Salem vorbeizuschauen. Auch nicht um in seiner Funktion als Mitglied des FIFA-Councils mit Weltverbandschef Gianni Infantino Fußball zu schauen. Er werde kein WM-Spiel mehr im Stadion sehen, hört man vom DFB.
Neuendorf muss den Deal mit Jürgen Klopp eintüten. Ihm an der Seite steht Ligapräsident Hans-Joachim Watzke, der aus gemeinsamen Dortmunder Tagen einen engen Draht zum Bundestrainer-Kandidaten hat.
Watzke war 2022 bei der Behebung der Katar-Krise der wichtige Mann im deutschen Fußball. Damals brauchte ihn Neuendorf, da er noch recht frisch im Amt und mit sportlichen Krisen nicht vertraut war. Das Amerika-Debakel hat der einstige Journalist und Politiker bislang vergleichsweise souverän moderiert.
Punkt eins auf der To-Do-Liste wurde sauber abgearbeitet: Die Trennung von Julian Nagelsmann lief in einem Drei-Schritt-System. In Ruhe nach Hause reisen. Eine Krisensitzung. Und dann reichte der 38-Jährige von selbst den Rücktritt ein.
Neuendorf hatte das Prozedere ohne öffentlichen Auftritt angeschoben. Per Pressemitteilung wurde nach dem Elfmeter-Drama gegen Paraguay in der traurigen Nacht von Foxborough bei Boston der Kurs vorgegeben. Vor knapp vier Jahren hatte er am Flughafen in Doha einen staatsmännischen Auftritt hinlegen wollen, doch wenig zur schnellen Krisenbewältigung beitragen können.
Punkt zwei auf der To-Do-Liste ist in Arbeit. Die Klopp-Verpflichtung wurde mit einem Absatz in der Erklärung zur Nagelsmann-Trennung schon avisiert. „Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen. Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert“, hieß es.
Das war ungewöhnlich, aber clever. Klopp konnte auf diesem Statement mit einem Interview bei MagentaTV aufsetzen. Neuendorf will, Klopp will. Es geht wohl nur noch ums Geld und die Trennung Klopps von seinem jetzigen Arbeitgeber Red Bull.
Womöglich wird Watzke mit seinen Beziehungen den Klopp-Deal final fix machen, aber Neuendorf verschafft überall den glaubhaften Eindruck, dass er die Fäden in der Hand hat. Das gibt ihm im Verband eine Position der Stärke. Und wenn alles erledigt ist, bekommt er sicherlich noch eine Lobeshymne als Ersatz für das entgangene Geburtstagsständchen.











