Fußball-Weltmeisterschaft

Englands Achterbahnfahrt ins Glück - Kane bleibt Stimme weg

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Jude Bellingham (vorn) feiert seinen zweiten Treffer.

Jude Bellingham (vorn) feiert seinen zweiten Treffer.

Von dpa

Dank einer Doppel-Torshow von Jude Bellingham in weniger als zwei Minuten und Harry Kane hat England in einem Spiel für die Fußball-Geschichtsbücher die Fiesta Mexicana beendet. Die Three Lions rangen die Mexikaner in Unterzahl im legendären Aztekenstadion mit 3:2 (2:1) nieder.

Bellingham brachte die Three Lions mit seinen Toren in der 36. und 38. Minute in Führung. Mexikos Torjäger Julián Quiñones (42.) gelang noch vor der Pause der Anschlusstreffer.

Der Dramatik nicht genug: Nach dem Seitenwechsel sah bei den Engländern Bayer Leverkusens Jarell Quansah (54.) die Rote Karte, ehe Bayern-Torjäger Kane (60.) nervenstark und unter den Pfiffen von fast allen der 80.824 Zuschauer vom Elfmeterpunkt traf - sein sechstes Tor bei diesem Turnier. Danach verursachte aber ausgerechnet Kapitän Kane einen Strafstoß. Mexikos Raúl Jiménez (69.) verwandelte und brachte das Stadion erneut zum Beben.

Jordan Pickford rettete die Engländer mehr als einmal.
Jordan Pickford rettete die Engländer mehr als einmal.
Jordan Pickford rettete die Engländer mehr als einmal.
Jarell Quansah sah die Rote Karte.
Jarell Quansah sah die Rote Karte.
Jarell Quansah sah die Rote Karte.

Nach Kanada ist mit Mexiko nun auch der zweite von drei WM-Gastgebern raus. Und das mit der ersten Niederlage in einem WM-Spiel im Aztekenstadion. Damit kommt es in der Runde der besten Acht auch zum Duell der Super-Torjäger - Kane trifft mit England auf Erling Haaland. Der hatte mit einem Doppelpack für Norwegen den Sieg über Rekordweltmeister Brasilien wenige Stunden vor dem England-Triumph perfekt gemacht.

Es musste ja so kommen. Die Sorgen vor den schweren Gewittern hatten schon zwei Tage vor der Partie für Stress und Hektik gesorgt. Und dann krachte es tatsächlich über Santa Úrsula im Süden der Stadt. Blitz und Donner, dazu heftiger Regen. Wie schon beim Mexiko-Spiel gegen Ecuador musste der Beginn um eine Stunde verschoben werden.

Und dann wurde es ein Spiel, das sich in die vielen Dramen der Weltmeisterschaften 1970 und 1986 in Mexiko nahtlos einreihte. Im Aztekenstadion verlor England vor vierzig Jahren das WM-Viertelfinale gegen Argentinien - durch das Hand-Gottes-Tor von Diego Maradona und dessen anschließendem Jahrhunderttreffer.

Ein Stadion wie eine Festung in über 2.200 Metern über dem Meeresspiegel. Seit 13 Jahren verlor Mexiko hier nicht mehr. Bei einer WM gab es noch nie eine Niederlage. Und das wusste Tuchel natürlich auch.

Er hatte seine Mannschaft auf einen Attacke-Beginn der Mexikaner wie gegen Ecuador eingestellt - und Kane & Co lösten die kniffligen Anfangsminuten mit all ihrer internationalen Routine. Ball kontrollieren, keine Risiko-Pässe, Tempo rausnehmen - und: Respekt verschaffen. Sie gingen mit Härte und Konsequenz in die Zweikämpfe.

Nur einmal wurde es zunächst brandgefährlich, als Mexikos Premier-League-Legionär Jiménez mit einem Flugkopfball sein Privatduell mit Jordan Pickford eröffnete - in der englischen Meisterschaft einer seiner Lieblingskeeper. Mit der linken Hand rettete der 32-Jährige aber spektakulär zur Ecke (15.).

Englands erste Torszene kam nach der Trinkpause: Anthony Gordon setzte sich auf der linken Seite fein durch, seinen Flachschuss parierte Raúl Rangel im Tor der Mexikaner (26.).

Die ersten 15, 20 Minuten würden die härtesten, hatte Tuchel prophezeit. Die Wucht der Fans, die dünne Luft. England überstand sie - und sorgte mit Bellinghams Doppelschlag für Entsetzen bei den Mexikanern.

Mexiko stand aber nur kurz unter Schock nach den ersten Gegentoren im Turnier. Nach einer Standardsituation konnte Ezri Konsa nicht richtig klären, Quiñones drosch den Ball ins Tor - bereits das vierte Tor des in Kolumbien geborenen Angreifers.

Und nur die Flug- und Reflexkünste von Pickford gleich zweimal gegen Jiménez bewahrten die Engländer vor dem Ausgleich. Was nach der Pause passierte, sprengte fast die Vorstellungskraft. Rot für Quansah nach Videobeweis. Kanes Elfmeter-Tor. Dann erneuter Videobeweis. Diesmal für Mexiko - Verursacher Kane, erfolgreicher Schütze Premier-League-Profi Jiménez.

Und irgendwie gelang es Kane & Co den knappen Vorsprung mit einem Spieler weniger unter dem Dauerdruck der Mexikaner über die Zeit zu retten. Selbst die elfminütige Nachspielzeit bestand man unbeschadet.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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