Fußball-Regionalliga

Der Ex-Landshuter Christoph Maier hat brisanten Wechsel hinter sich

Mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig schrammte Christoph Maier im Juni noch knapp am Drittliga-Aufstieg vorbei. Jetzt greift der Neufraunhofener bei BSG Chemie Leipzig an.

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Dass Christoph Maier (grünes Trikot) durchsetzungsfähig ist, will er nun bei BSG Chemie Leipzig beweisen und sich einen Stammplatz erkämpfen.

Dass Christoph Maier (grünes Trikot) durchsetzungsfähig ist, will er nun bei BSG Chemie Leipzig beweisen und sich einen Stammplatz erkämpfen.

Es ist einer der ersten warmen Sommertage, als der 1. FC Lokomotive Leipzig am 1. Juni im Rückspiel der Aufstiegsrelegation zur 3. Liga beim FC Würzburger Kickers ran muss. Wochen zuvor hat sich Leipzig zum zweiten Mal in Folge zum Meister der Regionalliga Nordost gekrönt. Der Traditionsverein steht aber bereits gewaltig unter Druck. Das Hinspiel ging mit 0:1 in die Hose und nach 30 Minuten führt Würzburg schon wieder. Mittendrin, statt nur dabei: Christoph Maier aus Neufraunhofen. In der 59. Minute eingewechselt, taucht er zwölf Minuten später links im Strafraum auf, steckt den Ball in die Mitte durch, wo Djamal Ziane zum umjubelten 1:1 einschiebt. Keine 60 Sekunden später wird die neu gewonnene Hoffnung der Lok-Anhänger schon wieder jäh zerschlagen. Cherif Cisse bringt Würzburg in Führung. Der Endstand. Leipzig bleibt viertklassig. Wieder mal.

Ein Auf und Ab, das zu Maiers gesamten Jahr bei Lok passt. Im Juli vom TSV Steinbach Haiger dazugestoßen, folgte im August das DFB-Pokal-Debüt gegen Schalke. Außerdem wurde Maier mit Lok Regionalliga-Meister und auch seine 33 Einsätze lesen sich gut. Das bittere Sachsenpokal-Aus gegen Aue, nur sechs Startelfeinsätze und der verkorkste Aufstieg eher nicht. „An sich war das Jahr sehr gut. Ich war nach meiner zweiten schweren Schulterverletzung im letzten Sommer froh, einen ambitionierten Verein zu finden, und glaube schon, dass es dann gut gelaufen ist“, ordnet Maier das Jahr trotzdem positiv ein.

„Ich wollte wieder mehr Spielzeit

Den geplatzten Aufstiegstraum hat er mittlerweile gut verdaut: „Die ersten Stunden und Tage danach waren schon hart. Mittlerweile ist das für mich aber abgehakt. Natürlich auch dadurch bedingt, dass es für mich bei Lok nicht weiterging.“ Christoph Maiers Vertrag lief nur ein Jahr, eine Verlängerung hat für beide Seiten keinen Sinn ergeben: „Es gab verschiedene Themen. Im Zentrum hatten bereits alle Spieler Vertrag, außer ich. Ich selbst wollte einfach wieder mehr Spielzeit“, erklärt der 26-Jährige, der früher auf der offensiven Außenbahn unterwegs war, mittlerweile aber eher im Zentrum zu Hause ist.

Eine einvernehmliche Trennung, die dennoch Brisanz hat. Denn Christoph Maiers neuer Club ist nicht irgendein Verein, sondern Stadt- und Ligarivale BSG Chemie Leipzig. „Ich fühle mich in Leipzig sehr wohl und habe auch außerhalb des Fußballs Kontakte geknüpft. Es hat einfach alles gepasst“, erläutert er den ungewöhnlichen Wechsel. Bei Chemie will Maier noch mal richtig angreifen. Denn ein großes Ziel hat er nach wie vor: die 3. Liga. „Die habe ich noch lange nicht aufgegeben“, gibt er zu, sagt aber auch: „Jetzt geht es erst einmal wieder darum, mehr zu spielen, gut zu performen und sich weiterzuentwickeln.“

Sieben Jahre lang ist Maier mittlerweile bereits im Profifußball unterwegs, spielte für Wacker Burghausen, den SSV Ulm, TSV Steinbach Haiger und eben zuletzt Lok Leipzig. Seine Ausbildung genoss der 26-Jährige aber bei der SpVgg Landshut, durchlief ab der C-Jugend sämtliche Nachwuchsmannschaften und debütierte für die SVL im Herrenbereich. Diese Verbindung besteht bis heute. „Die ‚Spiele‘ ist irgendwo mein Heimatverein. Ich habe bis heute Kontakt zu vielen Spielern und verfolge immer, wie es so läuft“, sagt Maier - der sich übrigens vorstellen kann, seine Laufbahn irgendwann in Landshut ausklingen zu lassen: „Auf jeden Fall. Der Verein bedeutet mir sehr viel.“

Bis es so weit ist, wird Christoph Maier aber noch ein paar Jahre alles daran setzen, sich seinen großen Traum von der 3. Liga zu erfüllen. In der kommenden Saison dann immer noch in Leipzig. Aber bei Chemie.

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