Unfall im November

Ghostbike erinnert in Neutraubling an tote Radfahrerin

Bei einem Unfall mit einem Lastwagen im November starb in Neutraubling eine 37-Jährige. Nun steht an der Unglücksstelle ein komplett weiß lackiertes Fahrrad.

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Das Ghostbike, das in Neutraubling aufgestellt wurde.

Das Ghostbike, das in Neutraubling aufgestellt wurde.

Von Redaktion Wörth

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) Regensburg gedenkt einer im November getöteten Radfahrerin in Neutraubling mit einem Ghostbike. Dabei handelt es sich um ein komplett weiß lackiertes Fahrrad, das an der Unfallstelle aufgestellt wurde.

Die 37-jährige wurde am 13. November 2025 in Neutraubling bei einem Zusammenstoß mit einem abbiegenden Lastwagen an der Kreuzung Walhallastraße/Hartinger Straße getötet. Mitglieder des ADFC-Vorstands und etwa 30 Angehörige trafen sich am Samstag, um das Rad aufzustellen.

Brauch kommt aus den USA

„Mit diesem Rad möchten wir an die getötete Radfahrerin erinnern. Es soll gleichzeitig eine Mahnung einerseits an alle Verkehrsteilnehmenden zu Vorsicht und Rücksicht im Straßenverkehr sein. Andererseits auch an Verwaltung und Politik, dass Infrastruktur so gestaltet sein muss, dass Unfälle nicht tödlich enden. Ziel in der Verkehrsplanung darf nicht die Leistungsfähigkeit des Kfz-Verkehrs sein. Die Sicherheit muss an oberster Stelle stehen“, sagte Benedikt Benz, Vorsitzender des ADFC Regensburg, dabei.

Der Brauch geht auf eine Idee aus St. Louis im US-Bundesstaat Missouri zurück, von wo aus er sich seit 2003 weltweit verbreitet hat. In Deutschland werden seit 2009 Ghostbikes aufgestellt. In und um Regensburg stellt der ADFC sie nach Unfällen auf, bei denen Radfahrende ums Leben kamen. Das Vorgehen ist dabei immer mit den Behörden abgestimmt. „Die große Anteilnahme der Familie und der Kolleginnen und Kollegen macht bewusst, dass hier ein Mensch aus dem Leben gerissen wurde. Wir möchten zeigen, dass die vielen Verkehrstoten in Deutschland viel mehr als eine Zahl in einer Statistik sind. Jede im Verkehr getötete Person ist eine zu viel“, sagt Jürgen Bachl, stellvertretender Vorsitzender des ADFC Regensburg. Benz ergänzt: „Wir hoffen natürlich, dass jedes Ghostbike das letzte in unserer Region ist. Dafür braucht es eine Verkehrsplanung, die tödliche Unfälle vermeidet und nicht erst danach reagiert.“

Konkrete Beispiele für eine bessere Infrastruktur sind etwa engere Kurvenradien, damit mit geringerer Geschwindigkeit abgebogen wird, getrennte Ampelschaltungen für den abbiegenden Kfz-Verkehr und straßenbegleitende Geh- und Radwege, übersichtliche Kreuzungen und generell geringere Geschwindigkeiten. Der ADFC Regensburg setzt sich weiterhin im Stadt- und Landkreisgebiet für sichere Straßen ein, heißt es in einer Pressemitteilung.

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