Lahmgelegt

Wie Agilis auf die Sperrung der Bahnstrecke Regensburg-Nürnberg reagiert

Weil die Bahnstrecke Regensburg-Nürnberg ab Freitag gesperrt wird, steht Agilis vor einer Herausforderung. Erstmals in der 15-jährigen Geschichte des Eisenbahnunternehmens werden große Teile des Betriebs stillstehen.

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Während der Sperrung werden einige Fahrzeuge stillgelegt.

Während der Sperrung werden einige Fahrzeuge stillgelegt.

Von Redaktion Regensburg

Von einer „zehnmonatigen Phase des Ausnahmezustands“ spricht man beim Verkehrsunternehmen Agilis mit Blick auf die kommenden Monate. Konkret geht es um die Sperrung der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg ab diesem Freitag. Ab dem Freitagabend beginnt dann die sogenannte Korridorsanierung. Ab dem Sommer folgt dann der Abschnitt zwischen Obertraubling und Plattling.

Erstmals in der 15-jährigen Geschichte der Agilis, heißt es in einer Pressemitteilung des Eisenbahnunternehmens, würden große Teile des Betriebs stillstehen. Man habe sich aber bestmöglich auf diese herausfordernde Phase vorbereitet, heißt es weiter.

Netz wird zu weiten Teilen lahmgelegt

„Dieser Einschnitt in den Betrieb eines Eisenbahnunternehmens ist bisher in Deutschland und, soweit mir bekannt ist, in Europa beispiellos“, sagt Axel Hennighausen, betrieblicher Agilis-Geschäftsführer. „Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein Netz durch eine so einschneidende Baumaßnahme über einen derart langen Zeitraum zu weiten Teilen lahmgelegt wird.“

Entsprechend groß beschreibt Hennighausen den Aufwand, den Agilis betreiben musste, um die Sperre zwischen Nürnberg und Regensburg und direkt danach zwischen Obertraubling und Plattling zu bewältigen. Vor allem das Zugpersonal - Triebfahrzeugführer und Servicekräfte - müsse sich darauf einstellen.

Der Flexibilität der Mitarbeitenden sei es zu verdanken, dass Agilis in den zehn Monaten Ausnahmezustand niemanden in Kurzarbeit schicken muss. Zugbegleiter werden laut Unternehmen an den wichtigsten Haltestellen des umfangreichen Schienenersatzverkehrs die Reisenden bei der Suche nach dem richtigen Bus unterstützen. Die Triebfahrzeugführer werden vorübergehend in anderen Bereichen des Unternehmens, etwa in Oberfranken, Züge steuern.

„Wir sind unseren Kolleginnen und Kollegen sehr dankbar, dass sie so viel Flexibilität und Einsatzbereitschaft beweisen“, betont Gerhard Knöbel, kaufmännischer Geschäftsführer bei Agilis. „Wir haben uns bei der Einsatzplanung bemüht, auf die jeweiligen Bedürfnisse und Wünsche der Kolleginnen und Kollegen einzugehen. Ich bin überzeugt, dass uns das gelungen ist. Ich danke allen für ihren Beitrag.“

Fahrzeuge im Stillstand - mehr Stabilität als Ziel

Im ersten Halbjahr wird ein Teil der Agilis-Flotte nicht benötigt. Für diese Züge mussten Abstellmöglichkeiten angemietet und ein umfangreiches Stillstandsmanagement ausgearbeitet werden. „Einen Zug kann man nicht einfach fünf Monate lang abschalten und in die Ecke stellen“, sagt Henninghausen. „Hier ist vor Ort eine kontinuierliche Wartung und Instandhaltung durch unser Personal nötig.“ Für die Fahrzeuge, die weiterhin im Donautal, nach Plattling und zum Flughafen München eingesetzt sind, musste sichergestellt werden, dass sie zu den regelmäßigen Wartungen die Werkstatt Regensburg erreichen können.

Wenn Teile des Netzes gesperrt sind, ändern sich damit auch die Laufwege und Umläufe der verbleibenden Fahrzeuge. Hier haben die Agilis-Betriebsplaner neue Pläne ausgearbeitet, damit die Züge nach Fahrplan verkehren können. Dazu kommen die veränderten Einsatzzeiten und -orte des Personals, die ebenfalls an die neuen Gegebenheiten angepasst werden mussten. Geschäftsführer Gerhard Knöbel erklärt, „unsere Planungsabteilung und die Betriebsleitung haben hier durch Mehrarbeit und großen persönlichen Einsatz eine wahre Herkulesaufgabe bewältigt, um dafür zu sorgen, dass Fahrzeuge und Menschen jeweils zur richtigen Zeit am vorgesehenen Ort sind“.

Agilis hatte sich zunächst gegen eine mit Totalsperren verbundene Sanierung gewehrt. Nach Ansicht des Unternehmens seien die Maßnahmen auch mit Teilsperren möglich gewesen. Wenn im Dezember nach dem Ende der Bauarbeiten der Betrieb wieder anläuft, hofft das Unternehmen auf mehr Stabilität. „Mehr Pünktlichkeit sowie eine längere Phase ohne Baustellen und Sperren wären eine angemessene Belohnung für unsere Fahrgäste“, so Hennighausen.

Während der Generalsanierung verkehren die Busse des Schienenersatzverkehrs auf mehreren unterschiedlichen Routen, um eine gute Kombination aus Schnelligkeit und Erreichbarkeit sicherzustellen. Auch auf der Donautalbahn wird von Februar bis Juni zwischen Neustadt und Regensburg jede zweite Zugfahrt entfallen und durch Busse ersetzt, um dem Schienengüterverkehr eine Ersatzroute zu bieten.

Alle Informationen zum Schienenersatzverkehr gibt es unter https://generalsanierung.db-ersatzverkehr.de/ersatzverkehr/Generalsanierungen/Nuernberg-Regensburg.

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