Todesfall

Nach Angriff auf israelisches Konsulat: Beschuldigter stirbt im BKH Mainkofen

Ein Mann wirft Steine auf das israelische Generalkonsulat in München und löst einen größeren Polizeieinsatz aus. Ermittler wollen ihn vor Gericht sehen. Doch dazu wird es nicht kommen.

Der Mann war laut Ermittlern zuletzt im Bezirksklinikum Mainkofen untergebracht. (Archivbild)

Der Mann war laut Ermittlern zuletzt im Bezirksklinikum Mainkofen untergebracht. (Archivbild)

Von dpa

Ein nach Steinwürfen auf das israelische Generalkonsulat und einem größeren Polizeieinsatz in München beschuldigter Mann ist tot. Wie die Generalstaatsanwaltschaft München auf Nachfrage mitteilte, war der 24-Jährige zuletzt vorläufig im Bezirkskrankenhaus Mainkofen untergebracht worden.

Die Ermittler gehen nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass er sich dort Anfang Juli selbst getötet hat. Der Vorfall werde von der Kripo und der Staatsanwaltschaft Deggendorf untersucht, dabei gehe es um ein Todesermittlungsverfahren.

Steinwürfe, ein verdächtiger Rucksack und Angriff auf Polizisten

Die zentrale Antisemitismusbeauftragte bei der Generalstaatsanwaltschaft München hatte Anklage gegen den 24-Jährigen erhoben wegen des Verdachts auf Störung des öffentlichen Friedens, Sachbeschädigung und eines besonders schweren Angriffs auf Polizisten.

Der 24 Jahre alte Verdächtige soll nach dem Angriff mit faustgroßen Steinen auf die Fassade des Konsulats im März seinen Rucksack abgelegt und dabei "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann den hinzugeeilten Polizisten damit zu verstehen geben wollte, dass er einen tödlichen Sprengstoffanschlag auslösen wollte.

Ermittler gingen von israelfeindlichem Motiv aus

Bei seiner Festnahme habe der Mann zudem in Richtung der Polizisten getreten und mit dem Kopf gegen sie gestoßen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Verletzt wurden die Beamten dabei aber nicht. Die Ermittler gingen von einer "gefestigten israelfeindlichen Haltung" des Mannes aus.

Der 24-Jährige kam wegen akuter Eigen- und Fremdgefährdung zunächst in ein Krankenhaus. Dann saß er laut Generalstaatsanwaltschaft zunächst in einem Gefängnis in Untersuchungshaft. Nach einem Expertengutachten gingen die Ermittler aber von einer verminderten Schuldfähigkeit aus - deshalb wurde er erneut in einer Klinik untergebracht.

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