Abschied

Regensburger Pionier der HIV-Arbeit geht in den Ruhestand

Hans-Peter Dorsch, langjähriger Leiter der Aids-Beratungsstelle Oberpfalz, wurde verabschiedet. Seine Nachfolgerin ist schon im Amt.

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Zum 1. Dezember hat Katharina Pfaff die Nachfolge von Hans-Peter Dorsch (links) angetreten. Rechts BRK-Bezirksgeschäftsführer Mario Drexler.

Zum 1. Dezember hat Katharina Pfaff die Nachfolge von Hans-Peter Dorsch (links) angetreten. Rechts BRK-Bezirksgeschäftsführer Mario Drexler.

Von Redaktion Regensburg

Mit Hans-Peter Dorsch hat sich einer der prägenden Köpfe der bayerischen HIV/Aids-Arbeit verabschiedet. Seit 1992 leitete der Diplom-Psychologe die Psychosoziale Aids-Beratungsstelle Oberpfalz. 37 Jahre lang setzte er sich für Menschen in besonders verletzlichen Lebenslagen ein.

1985 war HIV ein Schreckgespenst, medizinische Erkenntnisse rar, eine Diagnose oft ein Todesurteil. In dieser Zeit entschied sich Dorsch als junger Psychologiestudent in Regensburg, seine Diplomarbeit über das Thema HIV zu schreiben. Kurz darauf wurde er Gründungsvorstand der Aids-Hilfe Regensburg und prägte ab 1988 den Aufbau der Psychosozialen Aids-Beratungsstelle Oberpfalz. 33 Jahre lang leitete er die Einrichtung. „Ich habe während meiner ganzen Arbeitszeit immer mit Menschen gearbeitet, die in existenziellen Krisensituationen waren. Diese Arbeit konnte ich nur mit ganzem Einsatz und aus vollem Herzen machen, wenn ich diesen Menschen gerecht werden wollte“, wird Dorsch in einer Pressemitteilung des BRK-Bezirksverbands Niederbayern-Oberpfalz, Träger der Aids-Beratungsstelle, zitiert.

Er brachte Projekte auf den Weg, die heute aus der regionalen Präventions- und Unterstützungsarbeit nicht mehr wegzudenken sind, 2010 den Checkpoint Regensburg: Als erste Aids-Beratungsstelle in Bayern führte Regensburg unter Dorschs Leitung die Beratung und Testung auf HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen ein. Heute ist der Checkpoint die drittgrößte nicht-staatliche Testeinrichtung in Bayern. 2011 begann das Spritzenaustausch-Programm: Mit jährlich über 200.000 ausgegebenen Spritzen und Kanülen gehört das Programm zu den größten seiner Art in Deutschland. Eines von Dorschs Herzensprojekten, bei dem er als Kooperationspartner eine tragende Rolle übernahm, ist die Aidstanzgala. Besonders bewegend war für ihn der Umzug ins Theater am Bismarckplatz: „Plötzlich war das Thema HIV/Aids glanzvoll in der Mitte der Stadtgesellschaft. Das fand ich absolut zauberhaft.“

Zum 30. November hat Hans-Peter Dorsch die Leitung der Psychosozialen Aids-Beratungsstelle Oberpfalz an seine Nachfolgerin, Katharina Pfaff, abgegeben. Sicher ist für ihn aber: Bürgerschaftliches Engagement bleibt Teil seines Lebens.

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