„Visionieren“

Gründer der Regensburger Stadtmaus bleibt umtriebig

Hubertus Hinse hat über 21 Jahre seine Spuren in Regensburg hinterlassen. Über Landshut zog es ihn nach Baden-Württemberg. Sein kreativer Rückzugsort bleibt aber Kallmünz.

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Der Mitbegründer der Stadtmaus Hubertus Hinse studierte eigentlich Informationswissenschaften. Der fehlende Menschenkontakt ließ ihn umschwenken.

Der Mitbegründer der Stadtmaus Hubertus Hinse studierte eigentlich Informationswissenschaften. Der fehlende Menschenkontakt ließ ihn umschwenken.

Selten spaziert Hubertus Hinse durch Regensburg. Meist ist er anderswo; dieser multimediale Geschichtenerzähler, dessen Wirken über zwei Jahrzehnte an jeder Ecke der Stadt präsent war. Als Mitbegründer der „Stadtmaus“ durchwirkte sein konzeptionelles und erzählerisches Können die Donaustadt. Hergeweht ist der begeisterte Gleitschirmflieger von Bielefeld, das es tatsächlich gibt, wie er bei einem Gespräch in einem der sonnendurchfluteten Altstadtcafés schelmisch grinsend anmerkt - und gleich auch eine Geschichte dazu erzählt.

Das Geschichtenperformen lag dem 55-Jährigen schon immer im Blut. Auch wenn er zuerst Informationswissenschaften, Linguistik und Psychologie studierte und sich dabei mit Algorithmen zur Textanalyse beschäftigte. „Sowas aus dem sich dann ChatGPT entwickelte“, merkt er trocken dazu an. Und zu trocken war ihm dies dann auch; ihm, der seinen aktuellen beruflichen Schwerpunkt mit „vielseitig“ bezeichnet. Nach seinem ersten Studium wollte Hinse etwas mit Menschen zu tun haben, Kunst und Kultur mit den Methoden des Theaters vermitteln, Geschichte und Geschichten mit allen zur Verfügung stehenden Medien erzählen.

So wurde er Theaterpädagoge, war Mitbegründer der Regensburger Stadtmaus, setzte dort Akzente und ging nach 21 Jahren - „dreimal sieben“, sagt er - weiter.

Für eine Zeitreise nach Landshut

In Landshut war er in den letzten Jahren maßgeblich an der inhaltlichen Ausgestaltung der interaktiven Stadtführungsapp „Landshut Zeitmaschine“ beteiligt. Die Geschichte Landshuts verwebt sich dabei mit dem Handy in der Hand zu einer erweitert wahrgenommenen Realität. Das Gesehene wird mit 3-D-Modellen, Texten und Videos angereichert und lässt den Betrachter mittendrin im Geschehen sein und ihn eine Zeitreise an frischer Luft mit moderner Technik erleben. Hierbei kommen Hubertus Hinse die Erfahrungen aus seinem ersten Studium zugute.

Begrenzte er sich früher auf Regensburg, gehen seine Visionen jetzt weiter. Aktuell sagt er geheimnisvoll, arbeitet er an einem Projekt in Baden-Württemberg, das in seiner Dimension dem Haus der Bayerischen Geschichte durchaus das Donauwasser reichen kann, überwiegend im Außenbereich spielt und alle Möglichkeiten digitaler Erzählkunst und die Aufgabe des linearen Beschreibens beinhaltet.

Hubertus Hinses privater Lebensmittelpunkt ist nach wie vor Regensburg. Seine Frau Alice Rudolf-Hinse hat in der Donaustadt ihr Atelier und ist ebenfalls als Künstlerin tätig.

Er selber zieht sich zum „Visionieren“ gerne aufs Land zurück: In Kallmünz betreibt er in der Kulturschmiede von Philippe Matic-Arnauld des Lions sein K3, seinen Raum für Kultur, Kunst und Kreativität, in dem er auch anderen Künstlern die Möglichkeit gibt, sich zu präsentieren.

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