Nach Skandal
Die Regensburger Tafel fängt neu an und sucht dringend Helfer

Forster, Tafel Regensburg
Die neuen Tafel-Vorstände: (von links) Willi Seidl, Kirsten Bruckner und Jürgen Rother.

Um wieder mehr Kunden bedienen zu können, sucht die Regensburger Tafel dringen nach neuen Helfern.
Nach unruhigen Zeiten sei bei der Tafel Regensburg wieder Normalität eingekehrt, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. Im Juli 2025 wurde die Ex-Chefin der Tafel wegen Veruntreuung festgenommen. Sie soll über Jahre hinweg systematisch Gelder der Tafel unterschlagen haben. Im Januar wurde offiziell Anklage erhoben. Wegen der Vorfälle musste die Tafel vergangenes Jahr drei Monate komplett schließen. Inzwischen läuft der Betrieb seit einigen Monaten wieder rund, heißt es von der Tafel.
Der Verein habe einen neuen Vorstand, eine neue Satzung und konnte seine Schließzeiten deutlich verkürzen. Damit künftig noch mehr Menschen das Angebot der Tafel nutzen können, brauche es allerdings vor allem eines: mehr ehrenamtliche Unterstützung.
„Es ist nun mal nicht damit getan, Lebensmittel einzusammeln und an Bedürftige auszugeben. Dahinter steckt viel Arbeit und Organisation“, erklärt Kirsten Bruckner, eine der drei neuen Vorstandsvorsitzenden. Ein wichtiger Teil der Arbeit findet dabei im Hintergrund statt. Die Lebensmittel, die von den Tafelfahrern früh morgens bei Supermärkten abgeholt werden, müssen zunächst sorgfältig kontrolliert und sortiert werden. Verdorbenes Obst und Gemüse wird aussortiert, die übrige Ware wird sortenrein in Kisten verteilt. Bei Milchprodukten und Wurstwaren wird das Mindesthaltbarkeitsdatum überprüft. Je nach Haltbarkeit werden die Produkte anschließend direkt ausgegeben oder in der Kühlung gelagert.
Diese Aufgaben sind teilweise auch körperlich anstrengend. Gleichzeitig möchte der Verein darauf achten, seine langjährigen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht zu überlasten. „Wir haben auch eine Verantwortung unseren Mitarbeitenden gegenüber“, sagt Vorsitzender Jürgen Rother. Viele der Helferinnen und Helfer seien bereits über 70, einige sogar über 80 Jahre alt. Eine Ausweitung des Kundenkreises würde zudem längere Ausgabezeiten und damit eine zusätzliche Belastung für das derzeitige Team bedeuten. Deshalb sucht die Tafel Regensburg dringend Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten.
Dass die Arbeit trotz aller Herausforderungen auch viel zurückgibt, weiß Rother aus eigener Erfahrung: „Die Arbeit bei der Tafel ist natürlich fordernd, aber sie ist auch äußerst sinnstiftend und macht sehr viel Spaß.“ Wer die Tafel Regensburg unterstützen und sich ehrenamtlich engagieren möchte, ist herzlich willkommen. Interessierte können sich per E-Mail unter info@tafel-regensburg.de melden.












